Auf nährstoffarmen Böden bis zu 50 Prozent weniger Ertrag

Wintergerste hat unter Trockenheit gelitten

Schwalm-Eder. So gut wie kein Tropfen Regen zwischen März und Mai: Darunter haben der Raps und die Gerste besonders gelitten. Bei der Wintergerste, die im September gesät wurde, liegt der Ertrag um 20 bis 25 Prozent unter dem sonst üblichen.

„Auf Böden, die ohnehin wenig Nährstoffe haben und das Regenwasser schlecht speichern, sind es bis zu 50 Prozent weniger“, sagt Dr. Bernd Wenck, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder. „Wir haben aber starke Unterschiede von Ort zu Ort.“ So sind die Ausfälle auf guten Böden deutlich geringer.

Mit weniger als 30 Millimetern Regen hatte Hessen den geringsten Niederschlag in Deutschland. Die Folge: Aus 300 Körnern pro Quadratmeter haben sich im Herbst zwar 900 Triebe entwickelt. Davon verkümmert etwa die Hälfte, bleiben noch etwa 500 Triebe mit 500 Ähren. In Wassernotzeiten reduziert sich das weiter, so dass noch etwa 350 Ähren tragende Halme stehen bleiben. „Die Pflanze reduziert sich auf das Überlebens- und Vermehrungsnotwendige“, erklärt Wenck den geringen Ertrag.

Der Regen im Juni konnte den Wassermangel im FrühJahr nicht wieder wett machen. Lediglich den Körnern kam er zu Gute: Sie wurden größer. Wenck: „Wir haben wenig Ertrag, aber eine gute Qualität.“

Jetzt, mitten in der Gerstenernte, sind die Preise im Vergleich zu Mai wieder gesunken. Etwa ein Viertel weniger bekommt der Landwirt, der das klassische Schweinefutter verkauft. Bei 17 Euro lag dieser Tage der Preis für 100 Kilogramm.

„Die meiste Gerste bleibt aber in den Betrieben“, sagt der Geschäftsführer. Insgesamt sei der Gerstenanbau aber rückläufig.

Das bauen Landwirte an:

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche im Schwalm-Eder-Kreis beträgt 71.000 Hektar (ein Hektar sind 10.000 Quadratmeter). Davon sind 55.000 Hektar Ackerfläche, der Rest Grünland. Von diesen 55.000 Hektar bauen Landwirte auf zwei Dritteln, etwa 36.600 Hektar, Getreidearten an.

Das teilen sich laut Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder, Dr. Bernd Wenck auf in:

• 60 Prozent Weizen

• 30 Prozent Wintergerste

• 10 Prozent Roggen, Hafer, Sommergerste und Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen. Auf den restlichen 18.300 Hektar werden Raps, Mais, Rüben und Kohl geerntet. (bmn)

Quelle: HNA

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