Handel stellt sich auf Engpässe ein – Polizei hat Reifen im Blick

Winterreifen könnten bald knapp werden

Schwalm-Eder. Den Fahrzeugbetrieben könnte in den kommenden Wochen der Vorrat an Winterreifen ausgehen. Davor warnt der Bundesverband Reifenhandel. Auch der heimische Fachhandel fürchtet Engpässe bei einzelnen Größen, will aber mit Ausweichgrößen für Abhilfe sorgen.

„Es zeichnen sich schon jetzt Engpässe für den Fall ab, dass wir wie 2009 einen intensiven und lang anhaltenden Winter bekommen“, hat Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk jetzt verkündet. Besonders groß sei das Risiko, dass die aktuellen Testsieger von ADAC, Stiftung Warentest und anderen Organisationen nicht mehr verfügbar sein werden.

Angesichts der geplanten Winterreifen-Pflicht (siehe Hintergrund) dürfte die Nachfrage weiter wachsen, erwarten Experten. Damit würden wohl in der laufenden Saison nicht mehr alle Marken und Profile in jeder Größe verfügbar sein.

Ähnlich sieht das Karl Dieter Klein, Geschäftsführer der Firma Reifen Klein in Fritzlar-Lohne. „Die Situation hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr noch wesentlich verschärft“, erklärt der Reifenexperte. Verschiedene Größen seien vom Hersteller direkt bereits nicht mehr erhältlich. Das hänge zum einen mit der großen Nachfrage der Verbraucher zusammen, zum anderen aber auch mit der unerwartet guten konjunkturellen Entwicklung des Automobilmarktes. „Die Hersteller haben für dieses Jahr mit einem Wachstum von fünf bis sechs Prozent gerechnet“, sagt Klein. „Tatsächlich liegt es bei etwa 30 Prozent.“

Auch die Polizei hat die Winterreifen im Blick: Bei jedem Unfall kontrolliert sie, ob die Reifen Mitursache gewesen sein könnten. Zudem wünschen sich die Beamten, dass eine möglichst konkrete gesetzliche Regelung gefunden wird.

Quelle: HNA

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