„Wir können viel leisten“

Festabend zum Jubiläum der Hermann-Schafft-Schule

Kreatives Potenzial: Die Theatergruppe der Schule zeigte „Eine fantastische Reise“.

Homberg. „Unsere Schule ist einfach großartig.“ Das sagte Schülerin Theresa Thöbben im Namen der Schülerschaft bei der Jubiläumsfeier der Hermann-Schafft-Schule (HSS) in Homberg. Mit einem Festabend in der Stadthalle in Homberg feierte die Schulgemeinde mit 450 Gästen den Abschluss des Jubiläumsprogramms zum 175-jährigen Bestehen.

Gegründet wurde die Schule für hörgeschädigte und sehbehinderte Kinder im Mai des Jahres 1838 als Kurfürstliche Taubstummenanstalt. Im Jahr 2006 wurde sie um den Schulzweig mit dem Förderschwerpunkt Sehen erweitert, inzwischen hat sie sich zu einer überregionalen Schule mit einem Beratungs- und Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit einer Sinnesschädigung entwickelt.

Ministerin lobte

„Auch heute noch ist die Hermann-Schafft-Schule mit ihrem vielseitigen Angebot für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen Vorreiter für die sonderpädagogische Weiterentwicklung in Hessen“, lobte die hessische Kultusministerin Nicola Beer die Homberger Förderschule am Festabend in der voll besetzten Stadthalle. Die Schule wirke als Kompetenzzentrum im nordhessischen Raum und strahle darüber hinaus.

Für den Erhalt der Förderschulen neben der inklusiven Beschulung in Regelschulen wolle sie sich auch in Zukunft einsetzen, damit für jedes Kind eine individuell passende Lösung gefunden werden könne, sagte die Ministerin.

Die Hermann-Schafft-Schule habe für unglaublich viele Schüler eine Zukunft möglich gemacht. Dafür und für das hohe Engagement der Mitarbeiter und Eltern der Schule dankte Beer im Namen der Landesregierung.

Auch Uwe Brückmann vom Landeswohlfahrtsverband Hessen, dem Schulträger der HSS, lobte die Leistung der Schule, die im Jahre 2011 für ihre vorbildliche Berufsorientierung ausgezeichnet worden war. Die Gewaltprävention in der siebten Klasse sei wichtig zum Schutz der Schüler, denn Kinder mit Sinneseinschränkungen könnten gefährliche Situationen oft schwer einschätzen. Schulleiter Dietmar Schleicher sprach über die Vorbehalte gegenüber Menschen mit Sinneseinschränkungen.

Zwar seien sie von der Gesellschaft inzwischen vordergründig akzeptiert, aber Unterstützungsangebote würden oft nur zögerlich umgesetzt. Daher wolle man klarlegen, dass Menschen mit Seh- und Hörschädigung die Schule mit Erfolg besuchen können. „Wir wollen zeigen, dass Hörgeschädigte Herausragendes leisten können“, sagte er.

Die Begeisterung der Schüler für ihre Schule wurde nicht nur in der Rede der Schülervertreterin deutlich. Auch bei der Darbietung der Theatergruppe und des Schulchores, der mit dem neuen Schulsong Premiere hatte, spürten die Zuschauer die frohe Stimmung der Schüler. Zur guten Unterhaltung der Gäste trug auch die witzige Moderation von Heide Lorentzen und Wolfgang Ernst bei.

Poetry bis Pantomime

Zum Festprogramm gehörten ein Poetry-Slam in Gebärdensprache von Andreas Costrau und Schülern, eine Aufführung des Organtheaters Kassel, eine Darbietung des Pantomimen Jomi sowie der Auftritt des Schul-Lehrerchors.

Quelle: HNA

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