„Wir leisten Widerstand“: Gemeinde Habichtswald kritisiert Umweltministerin

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Unter Tage: Mit großen Schaufelladern wird das losgesprengte Rohsalz, das Haufwerk, transportiert. Daraus produziert K+S in Deutschland Jahr für Jahr acht Millionen Tonnen kali- und magnesiumhaltige Düngemittel und Industrieerzeugnisse.

Habichtswald. Das Thema Salzpipeline ruhte in den vergangenen Monaten, doch vergessen ist es nicht. Zumindest nicht in Habichtswald. „

Sie werden verstehen, dass wir einen erbitterten Widerstand gegen diese Leitung leisten werden, falls es bei den Plänen bleiben sollte", sagte Neidhard Heinemann, Erster Beigeordneter der Gemeinde Habichtswald - und richtete seine Worte direkt an die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne).

Der Anlass ihres Besuchs war für die Ministerin eigentlich ein angenehmer: die Ernennung des alten Standortübungsplatzes bei Ehlen zum Nationalen Naturerbe. Bei seiner Rede nutzte Heinemann die Gelegenheit, vor der Umweltministerin und Regierungspräsident (RP) Dr. Walter Lübcke (CDU) die geplante Salzpipeline zu kritisieren. Man sei entsetzt über die Pläne, die Pipeline durch die Region zu führen. „Wenn diese Leitung platzt oder in anderer Weise undicht wird, ist nicht nur das Warmetal zerstört, sondern auch das Grundwasser verseucht“, sagte Heinemann der sichtlich überraschten Ministerin. Das Grundwasser versorgt gut 12 000 Bürger mit Trinkwasser.

In Ehlen äußerte sich die Ministerin nicht zur umstrittenen Pipeline, die salzhaltige Abwässer in die Weser leiten und somit dort entsorgen soll. Auch ein Salzwasserbecken in etwa so groß wie der Twistesee soll entstehen. Priska Hinz schüttelte bei der Rede lediglich den Kopf und zeigte in Richtung RP.

Dass die Ministerin auf die Kritik nicht reagierte, stört Neidhard Heinemann nicht. Er wollte die Kritik anbringen, denn er weiß: „Die Pipeline ist noch nicht vom Tisch.“ Im Gegenteil. Er befürchtet, dass mit einer möglichen Übernahme von K+S durch das kanadische Unternehmen Potash der Druck auf die hessische Politik steigt, die Salzpipeline zu realisieren.

Für den SPD-Mann ist es ein Unding, „auf der einen Seite ein tolles Naturerbe zu haben und nur wenige hundert Meter weiter eine Umweltsünde zu schaffen“. Derzeit gebe es Gerüchte, dass die Pipeline entlang der Gasleitung zwischen Ehlen und der A 44 verlaufen könnte, sagte Heinemann.

Verfahren stockt 

Fest entschieden ist aber noch nichts, das Verfahren um die Leitung ist ins Stocken geraten. Doch Heinemann ist sicher: „Irgendwann kommt es zum Planfeststellungsverfahren und dann werden wir scharf formulierte Einwände erheben.“ Die Gremien müssten über weitere Maßnahmen abstimmen, Neidhard Heinemann könnte sich jedoch vorstellen, juristische Schritte im Fall der Fälle einzuleiten. Auch andere mögliche betroffene Kommunen wolle man dann kontaktieren. Fest steht: „Habichtswald leistet Widerstand.“

Quelle: HNA

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