Wirbel um Beleidigungen - Bewährungsstrafe für 44-Jährigen

Schwalm. Weil ein 44-jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain gestern zu seiner Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Marburg nicht erschienen ist, wurde sein Einspruch von Wolf Winter, Vizepräsident des Landgerichts, verworfen.

Der bereits dreifach einschlägig vorbestrafte Mann war in erster Instanz vom Amtsgericht Schwalmstadt wegen Beleidigung in sieben Fällen, übler Nachrede und Verleumdung in zwei Fällen zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Der Mann, der die ihm zur Last gelegten Taten bereits bei seiner Verhandlung in Schwalmstadt gestanden hatte, wollte mit der Berufung eine Milderung des seiner Ansicht nach zu harten Urteils erreichen.

Auslöser für die Taten war offensichtlich die nicht verarbeitete Trennung von seiner ehemaligen Lebensgefährtin. Mit ihr zusammen hat er zwei Kinder. Ihren neuen Lebensgefährten, der von Beruf Busfahrer ist, hatte er Mitte vergangenen Jahres mehrfach sowohl mit Gesten aus dem vorbeifahrenden Auto als auch persönlich verbal beleidigt. In einer schriftlichen Anzeige bei der Polizei hatte er ihn außerdem als der Neonazi-Szene angehörend bezeichnet.

Außerdem hatte er den Arbeitgeber des Busfahrers informiert, dass dieser im Rahmen seiner Tätigkeit als Busfahrer „kleine Kinder anfasse“. Diese Anschuldigungen hatten zu einem großen Wirbel bei dem Busunternehmen geführt, und es war sogar erwogen worden, den beschuldigten Fahrer nicht mehr in seiner ursprünglichen Tätigkeit einzusetzen.

Alle Beschuldigungen hatten sich im Nachhinein allerdings als völlig haltlos herausgestellt. Auch die Polizeibeamten, die seine Anzeigen aufgenommen hatten, wurden mehrfach von dem Mann beleidigt: Alle Beamte der Polizeistation seien seiner Ansicht nach untätig, faul, korrupt oder Verbrecher, hatte er behauptet. Die Polizeibeamten hatten daraufhin gegen den Mann ebenfalls Strafantrag gestellt.

Weil das Urteil des Amtsgerichts mit der abgewiesenen Berufung nun rechtswirksam ist, muss der 44-Jährige sowohl die Kosten der Verhandlung vor dem Amtsgericht Schwalmstadt als auch die der Berufungsverhandlung in Marburg tragen.

Quelle: HNA

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