Niedersächsisches Unternehmen stellte Bauvorhaben in Willingshausen vor

Wirbel um Windenergie

Vollbesetzt: Das Thema Windenergie zog 140 Gäste in das DGH Loshausen. Eine der vielen kritischen Fragen stellte Holger Koch (stehend). Fotos: Heist

Loshausen. Windenergie: Ja oder nein? Mit dieser Frage befassten sich am Donnerstag 140 Menschen, die der Einladung zu einer Informationsveranstaltung ins DGH Loshausen gefolgt waren.

Dort stellten Vertreter der Reon AG, darunter die Vorstandsmitglieder Florian Massante und Tom Becker sowie Projektleiter Thomas von Glahn, ihre Pläne vor und warben etwa für die Nachhaltigkeit erneuerbarer Energienund eine Beteiligung der Bürger am Windparkprojekt mit bis zu 50 Prozent.

In Anwesenheit von Wolfgang Kaivers, Leiter der Regionalplanung vom Regierungspräsidium Kassel, ergab sich eine zum Teil hitzig geführte Diskussion, bei der sich Befürworter und Gegner des Windparkprojektes gleichermaßen zu Wort meldeten.

Die Reon AG plant in der Großgemeinde Willingshausen zwei Windparks (siehe Extraartikel). Der Nutzen der Windenergie schien auch den Gegnern der Windparks klar. Sie sehen allerdings in den gewählten Standorten ein Problem. In der Versammlung wurde deutlich: Während sich einige Bürger durchaus mit einem Windpark Wasenberg anfreunden können, stößt der Windpark Wüstung Wernersdorf bei vielen auf rigorose Ablehnung. Im Zentrum der Schwalm gelegen, sei die alte Kulturlandschaft eines der Aushängeschilder des Rotkäppchenlandes. Naturschutzrechtliche Bedenken äußerte zum Beispiel Holger Koch, Gemeindevertreter aus Loshausen. Er verwies auf Ausschlussflächen für Windenergienutzung in der Gemeinde Willingshausen, die einst in einem vom Regierungspräsidium in Auftrag gegebenen Gutachten festgelegt wurden. Die Ausweisung von Flächen sei diesbezüglich schwierig, aber durch ein Verfahren mit Zustimmung der Regionalversammlung möglich, sagte Kaivers. Und: Er könne sich nach erster Prüfung einen Windpark Wasenberg durchaus vorstellen.

Klimawandel in der Schwalm

Befürworter des Projektes sehen in erneuerbaren Energien eine Chance für die Region und den Erhalt der Schwälmer Landschaft. Der Klimawandel habe auch vor der Schwalm nicht halt gemacht. Ulrich Riebeling, Gemeindevertreter aus Zella, sieht in den geplanten Windparks eine Wertschöpfung für die Gemeinde und ihre Bürger. Als Schwälmer Landwirt wisse er, was Heimatverbundenheit bedeute.

Das bisherige kulturelle Engagement sei ein Defizitgeschäft gewesen und habe die Schwalm nicht vor Leerstand und Verfall bewahrt. PLÄNE

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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