Wirbel um zwei Hundewelpen: Familie klagt gegen Tierheim Beuern

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Sie gingen vor Gericht: Karl-Heinz Umbach und seine Stiefmutter Sigrid Lukas-Umbach kämpfen darum, ihre Malinois-Welpen zurückzubekommen.

Beuern/Helsa. Ungewöhnlicher Rechtsstreit vor dem Melsunger Amtsgericht: Familie Umbach aus Helsa hat eine einstweilige Verfügung gegen das Tierheim Beuern erwirkt. Sie wollen ihre verschwundenen Welpen zurück.

Laut Gerichtsbeschluss darf der Tierschutzverein einen Malinois-Welpen so lange nicht vermitteln, bis geklärt ist, ob der Hund den Umbachs gehört.

Die Vorgeschichte: In der Nacht zum 31. Juli verschwanden die beiden Hündinnen von Karl-Heinz Umbach von seinem Hof in Helsa-Eschenstruth. „Wir haben zunächst die Umgebung abgesucht, dann bei den Tierschutzvereinen, Tierärzten und bei der Polizei nachgefragt“, sagt er. Alles ohne Erfolg.

Tage später erfuhr Umbach aus der HNA, dass zwischen Melsungen und Felsberg ein Malinois-Welpe am Straßenrand gefunden worden war. Einen weiteren Hund derselben Rasse hatte eine Polizeistreife bei Harle entdeckt. Die Welpen wurden daraufhin im Tierheim Beuern und beim Tierschutzverein Homberg-Borken untergebracht.

„Mir war sofort klar: Das sind meine Hündinnen“, sagt Karl-Heinz Umbach. Wie die Tiere die weite Strecke zurückgelegt haben, sei ihm allerdings schleierhaft. Von Helsa bis Harle sind es immerhin über 40 Kilometer.

Treue Gefährten: So sehen Malinois-Welpen aus.

Umbachs Stiefmutter, Sigrid Lukas-Umbach, erkundigte sich daraufhin im Tierheim Beuern nach den Hunden. „Aber leider habe ich die Rasse verwechselt, auch auch das Alter wusste ich nicht genau“, sagt sie. Von Tierheim-Leiterin Katharina Kulle erhielt sie deshalb eine Absage. Auch eine Nachfrage beim Tierschutzverein Homberg verlief erfolglos. „Dort hieß es sofort: Das sind nicht ihre Tiere.“

Wenn es um die Vermittlung von Rassetieren geht, seien die Mitarbeiter des Tierheims grundsätzlich vorsichtig, sagt Tierheimleiterin Katharina Kulle. „Oft rufen Leute bei uns an, die behaupten, das Tier gehöre ihnen“, berichtet sie. Doch beim näheren Nachfragen sei meist klar, dass die Anrufer nur günstig an ein Rassetier kommen wollen.

Auch bei Familie Umbach sei man deshalb vorsichtig gewesen. Zudem seien die Aussagen, die Karl-Heinz Umbach und seine Stiefmutter bei Telefonaten gemacht hätten, widersprüchlich gewesen. Auch klare Beweise, dass die Hündinnen in ihrem Besitz waren – zum Beispiel einen Kaufvertrag oder einen Impfpass, hätten die Umbachs nicht liefern können.

Das stimmt nicht, sagt Karl-Heinz Umbach, der die Welpen nach eigenen Angaben fünf Wochen vor ihrem Verschwinden bei einem Züchter gekauft hatte. Sowohl der Tierarzt, der die Welpen behandelt hatte, als auch der Züchter hätten bestätigen können, dass es sich zweifelsohne um die Welpen der Familie Umbach handelt. „Ich hätte sogar einen DNA-Vergleich zwischen den Welpen und deren Mutter finanziert“, sagt der vermeintliche Eigentümer der Tiere. Doch all diese Vorschläge seien nicht akzeptiert worden.

Das Ergebnis des Hauptsacheverfahrens, in dem entschieden wird, ob die Umbachs die Welpen zugesprochen bekommen, steht noch aus. Bis zum Urteil bleiben die Hündinnen in der Obhut der Tierschutzvereine.

Quelle: HNA

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