Nach der Bürgerversammlung kaum Hoffnung für den Kindergarten in Seigertshausen

Wirbelwind vor dem Aus?

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Kreative Kinder: Gestern Mittag wurden im Kindergartengarten Wirbelwind mit bunten Papierstückchen fantasievolle Mosaiken geklebt. Von links Leo Schölling, Franziska Block, Joel Luckhardt, Malik Ögretmen und Gianluca Monaco.

neukirchen. Die Hoffnung auf den Erhalt des eingruppigen Kindergartens in Seigertshausen schwindet mehr und mehr. Nach einer Bürgerversammlung in dem Neukirchener Stadtteil sind die Eltern und Befürworter der Einrichtung nicht optimistischer.

Zahlreiche Interessierte und Vertreter aller sechs Fraktionen aus dem Stadtparlament tauschten sich im Gasthaus Jägerhof über zwei Stunden lang aus. Obwohl die Entscheidung letztlich erst im März oder April von der Stadtverordnetenversammlung getroffen wird, stehen die Zeichen unverändert auf ein Aus für die vor 15 Jahren geschaffene Einrichtung. Der Entscheidungsprozess gehe jetzt in die „finale Kurve“, berichtete Bürgermeister Klemens Olbrich.

40 freie Plätze

Da in der gesamten Stadt 40 von 230 Betreuungsplätzen in den bestehenden zehn Gruppen frei sind, sei die Lage, die sich schon angekündigt habe, nur dramatischer geworden. „Wir müssen die geringere Kinderzahl abfedern, ohne dass die Betreuungsqualität leidet“, unterstrich Olbrich im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein „Verschiebebahnhof“ in der Stadt sei nicht förderlich. Eine im Raum stehende Alternative sei noch die Schließung einer der vier Gruppen im Kindergarten Villa Kunterbunt. Die Teilnehmer der Versammlung aus Seigertshausen hätten klar gemacht, wie wichtig die Kiga-Erhalt für die Infrastruktur des Ortes wäre, aber auch, dass sie nun eine klare Entscheidung benötigen.

Werben um Nachbarkinder

Sylwia Luckhardt (Seigertshausen) bedauerte, dass die gesamte Diskussion nicht bereits im vorigen Herbst geführt wurde. Die Vorschläge für ein Überleben des örtlichen Kindergartens griffen nunmehr kaum noch. So wären die Aufnahme von Kleinkindern auch aus anderen Stadtteilen oder die Erweiterung des Angebots als Hort Optionen. Eine Besichtigung durch Jugendamtsmitarbeiter habe ergeben, dass die Räume sich für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren eigneten. Dafür hätte man schon früher die Weichen stellen können beziehungsweise werben können, meinte die Elternsprecherin. Dennoch habe man die Hoffnung noch immer nicht aufgegeben.

Zurzeit besuchen zwölf Kinder den Kindergarten Wirbelwind mit zwei Mitarbeiterinnen, im nächsten Kindergartenjahr wären es wohl nur noch sechs oder sieben. (aqu)

Quelle: HNA

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