Beschluss des Stadtparlaments

Aus für Wirbelwind: Kita Seigertshausen wird geschlossen

Ohne Kinder: Aufgrund der geringen Neuanmeldungen entschloss sich das Parlament, den Kindergarten in Seigertshausen zu schließen. Foto: Quehl

Neukirchen. Der Kindergarten Wirbelwind in Seigertshausen wird geschlossen. Dies beschloss das Neukirchener Stadtparlament am Donnerstagabend in seiner jüngsten Sitzung. Mit 13 Ja-, sieben Nein-Stimmen und zehn Enthaltungen stimmten die Stadtverordneten für die Schließung.

Die Fraktionen gaben ihre Stimmen nicht geschlossen ab. Die Gründe hierfür: Die Zahl der Kindergartenkinder in Seigertshausen ginge zurück und die Stadt müsse aus Kostengründen die Zahl der Gruppen reduzieren, sagte Bürgermeister Klemens Olbrich.

Aktualisiert um 17.20 Uhr

Die Besucherreihen im Sitzungssaal des Neukirchener Rathauses waren während der Entscheidung prall gefüllt. Bereits vor einem Jahr stand die Zukunft des Kindergartens auf der Kippe. Derzeit besuchen zwölf Kinder den Wirbelwind, ab August werden es laut Plänen der Stadt nur noch sechs Kinder in der eingruppigen Einrichtung sein. Aufgrund der geringen Belegung setzte das Parlament die Schließung erneut auf die Tagesordnung. Die Seigertshäuser blieben nicht kampflos, es fanden Ortsbegehungen und eine Versammlung zum Thema statt. „Wer einmal eine Kita im Dorf hat, tut alles, um sie zu halten“, sagte der Fraktionssprecher der SPD, Bernd Grossmann.

„Wir sind nicht feige“, sagte FDP-Fraktionssprecher Helmut Reich. Die Entscheidung der Liberalen sei keine Entscheidung gegen die Kinder, sondern für die Stadt. Er verweise in seiner Rede darauf, dass bei der Genehmigung der Kindertagesstätte 1997 bereits abzusehen war, „dass es mengenmäßig nicht funktioniert.“ Helga Puhl (UBL) plädierte dafür, dem Wirbelwind noch einmal eine Chance einzuräumen: „Es wurden hier schon Gelder in den Sand gesetzt, wo keine Zukunft zu erwarten war“, sagte sie. Investitionen in die Kinderbetreuung hingegen seien immer Investitionen in die Zukunft. FDP, Grüne sowie SPD- und UBL-Mandatsträger stimmten für die Schließung. Teile der SPD, der CDU und UBL wollten den Kindergarten erhalten. Ein Großteil der CDU sowie SPD- und FWG-Mandatsträger enthielten sich bei der Entscheidung.

Ab August werden die Seigertshäuser Kinder nun keine Kita mehr im Dorf haben. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie es weitergeht“, sagte der Bürgermeister. Die Seigertshäuser könnten nach Riebelsdorf oder Obergrenzebach ausweichen. Die Erzieherinnen würden in anderen Kitas der Stadt eingesetzt. Steigende Kita-Gebühren Um zehn Prozent steigen die Gebühren für die städtischen Kindergärten an. Dem Beschluss stimmte das Parlament zu. „Wir haben die Gebühren seit zehn Jahren nicht erhöht“, sagte Olbrich. Er sprach von einer moderaten Anpassung. 22 000 Euro nimmt die Stadt dadurch mehr ein.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare