Viele Bürger interessiert an Diskussionsrunde zum Thermalbad

Müssen sich die Thermalbad-Besucher bald nach einer Alternative umsehen? Die Zukunft des Bades ist ungewiss.

Bad Emstal. Aufgeben und zur Bauruine verkommen lassen, teuer sanieren und erweitern oder einen Mittelweg finden? Die Zukunft des Thermalbades bleibt ungewiss. Dass das Interesse der Bevölkerung ungebrochen ist, zeigte eine Diskussionsrunde am Dienstag, zu der die Bürgerliste in den Kursaal geladen hatte.

Knapp 100 Besucher verfolgten einen Abend, an dem mehr informiert denn diskutiert wurde. Zahlen lieferten Bürgermeister Ralf Pfeiffer und Dr. Gustav Witte reichlich, konkrete Lösungsvorschläge aber blieben sie schuldig.

„Konzepte zu liefern, war nicht unser Ansinnen, vielmehr wollten wir immer wieder gestellte Fragen beantworten, Begrifflichkeiten erklären“, sagt Sascha Göhlich, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste. Fragen hatten die Emstaler reichlich. Wie es überhaupt zum jährlichen Defizit des Bades kommen könne, wie vermeintlich hohe Personal- und Energiekosten entstünden oder wie die Schäden in der Betonkonstruktion des Beckens zu erklären seien. Die geben derzeit Grund zur Sorge, denn ohne eine Sanierung ist ein dauerhafter Fortbestand des Bades nicht gewährleistet.

Sascha Göhlich

Doch lohnt sich die rund 1,5 Millionen teure Investition überhaupt, schließlich fährt die Einrichtung schon jetzt nur Verluste ein? Rund eine halbe Million Euro pro Jahr - für eine hochverschuldete Gemeinde wie Bad Emstal ein echtes Problem. Es müssen mehr als die jährlich rund 100.000 Besucher kommen, da waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde einig. Dafür aber muss das Bad attraktiver werden, und das kostet. Von sechs Millionen Euro ist da immer wieder die Rede.

Was es dafür gibt, blieb größtenteils im Dunkeln, ein zusätzliches Außenbecken könnte Teil der kostspieligen Erweiterung sein. Muss dafür eines der bereits bestehenden Freibäder der Gemeinde geschlossen werden? Ist es überhaupt realistisch, ohne Autobahnanbindung auf viel mehr Besucher zu hoffen? Was bringt das Thermalbad der Gemeinde überhaupt? Das Fragenkarussell drehte sich weit über zwei Stunden. Folge eines fehlenden zielorientierten Konzeptes und mangelnder Kosten-/Nutzenanalysen? Diese forderten die Emstaler, auch für eine mögliche Zwischenlösung. Ein Dilemma, denn die Gemeinde müsste Expertenrat einholen. Auch dieser kostet, der nicht genehmigte Haushalt aber verbietet derzeit jegliche Ausgaben.

Kontakt zu Planungsbüro

Wilfried Wehnes, Vorsitzender der Gemeindevertretung, will den Kontakt zu einem auf Thermalbäder spezialisiertes Planungsbüro herstellen. „Vielleicht lässt sich da was machen, auch ohne große Summen in die Hand zu nehmen.“

Nach vorne schauen, statt nach Fehlern in der Vergangenheit zu suchen, das forderten viele der Besucher. Vielleicht hilft dabei ein Vorschlag der Bürgerliste. „Unsere Stärke ist die heilende Wirkung des Wassers, unser Badstatus steht und fällt nicht mit dem Schwimmbecken“, so Sascha Göhlich. „Wieso nicht das Becken schließen, stattdessen auf ein ansprechendes Bäderhaus mit Wannenbädern und sonstigen Wasseranwendungen setzen, eingebettet in attraktive Kulturangebote?“

Quelle: HNA

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