Flughafenverkehr: Ortsbeiräte halten Holländische und Dresdener Straße für überlastet

B7 wird zum Nadelöhr

Gefahr fürs Naturschutzgebiet?: Befürchtet wird, dass Autofahrer aus dem Schwalm-Eder-Kreis in Zierenberg abfahren und durchs Naturschutzgebiet Hoher Dörnberg nach Calden fahren. Foto: nh/Bauch

Breuna/Zierenberg/calden/ Kassel. Aus Sicht der Ortsvorsteher von Nord-Holland, Monika Sprafke (SPD), und Bettenhausen, Enrico Schäfer (SPD), können die Hauptverkehrsadern ihrer Stadtteile keinen weiteren Verkehr aufnehmen.

Mit der Eröffnung des Flughafens Kassel-Calden am 4. April 2013 wird dies aber nötig sein. Eine Alternative gibt es vier Monate vor der Eröffnung nicht. Sollten 2015 die prognostizierten 561 000 Fluggäste von Calden aus starten, ist inklusive des Pendelverkehrs des Personals jährlich mit mehreren hunderttausend zusätzlichen Autos in Richtung Calden zu rechnen. 2020, wenn 640 000 Gäste erwartet werden, gäbe es eine weitere Zunahme. Nach einer Verkehrsstatistik für Kassel sind in einem Auto durchschnittlich 1,3 Personen unterwegs.

„Nicht mehr aufnahmefähig“

„Für weiteren Verkehr aus Richtung der Anschlussstelle Kassel-Nord ist die Dresdener Straße nicht aufnahmefähig“, sagt Ortsvorsteher Schäfer. Diesen Weg soll aber der Verkehr zum Flughafen nehmen, der sich über die A7 der Stadt nähert. Eine Alternative sieht Schäfer allerdings auch nicht.

Der Ortsvorsteher hält es für fraglich, ob sich Autofahrer, die von der A49 in Richtung Flughafen wollen, an die Verkehrsführung halten und den Umweg über die A44 bis zur Abfahrt Breuna nehmen. Viele würden sicher ebenfalls durch die Stadt fahren.

„Die Holländische Straße hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht“, sagt Monika Sprafke, Ortsvorsteherin der Nordstadt. Nicht nur wegen der Universität, sondern auch wegen des Lieferverkehrs zu den Werken von Bombardier und Daimler sei sie stark belastet.

Der Zweckverband Raum Kassel sei dabei, die Situation auf der Holländischen Straße im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung zu prüfen, sagte Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel. .

„Die Verkehrsbelastung wird interessant“, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Er befürchtet, dass Autofahrer, die aus Richtung des Schwalm-Eder-Kreises zum Flughafen wollen, nicht, wie vorgesehen, über die A49 und die A44 bis Breuna fahren, sondern in Zierenberg abfahren. Dies sei kürzer, aber der Weg führe durch das Naturschutzgebiet Dörnberg. Wenn die Belastung da sei, werde sicher nochmal über eine Nordumgehung Kassels, wie sie Hessens Ex-Verkehrsminister Posch (FDP) vorgeschlagen hatte, nachgedacht.

Die Idee, von der A7 nördlich von Kassel eine Verbindung zur B7 zu schaffen, wird nach Auskunft des Hessischen Verkehrsministeriums nicht weiter verfolgt. Dr. Bernd Riss, Leiter der Projektsteuerung des Flughafens, hält den zusätzlichen Verkehr für unproblematisch. Im Verhältnis zur jetzigen Belastung, so hätten es Prüfungen ergeben, sei die Zunahme unrelevant. Im ersten Bauabschnitt würden 800 Parkplätze am Flughafen geschaffen. Sollte es nötig sein, könnten diese auf 3600 erweitert werden.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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