Wirkung des Löwensprudels

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Heilwasser als Grundlage des Kurbetriebs: Die Firma „Zwestener Löwensprudel“ wurde 1922 gegründet.

Der Löwensprudel – auch „Suerborn“, das ist Bad Zwestener Mundart für Sauerbrunnen – liegt direkt an der Straße zwischen Zwesten und Niederurff. Das Wasser ist fluoridhaltiges Natrium-Calcium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Wasser und gilt als wichtige Grundlage für den heutigen Kurbetrieb des Ortes.

Der Löwensprudel wirkt heilend bei Magen-, Darm-, Leber- und Gallenwegserkrankungen.

Schon vor und zur Römerzeit wurde die Quelle als heilsames Trinkwasser genutzt. Der Löwensprudel wurde 1764 erstmals urkundlich erwähnt. Inzwischen ist bekannt, dass dort Ludwig Emil Grimm verweilte. Eine erste Bohrung und Analyse des Wassers erfolgte 1921. 1914 bekam der Sauerbrunnen die erste steinerne Quellfassung, die zuvor aus einer massiven Tonwand bestand. Die Neufassung reichte mehr als 20 Meter in die Tiefe. Nach knapp acht Metern entdeckte man, dass zuvor schon Arbeitsaufwand erbracht worden war, um die Quelle zu fassen. Im selben Jahr wurde der Brunnentempel errichtet, zunächst bestand dieser aus vier Säulen mit Überdachung.

Die Gemeinde entschloss sich, die Quelle der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Ab 1922 wurde die Quelle wirtschaftlich genutzt und verpachtet. Die ersten Pächter waren Hans Schäfer aus Zwesten und der Apotheker Georg Albes aus Treysa. Es entstand die Firma „Zwestener Löwensprudel“. 1925 begann die Umgestaltung des feuchten Quellgebietes in einen Park – heute Kurpark am Löwensprudel. Die Initiative ging von Hans Schäfer aus. 1926 wurde der Brunnentempel fertig gestellt, 1929 die ersten weißen Parkbänke im Kurpark aufgestellt. Und zwar vom eben gegründeten Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Die Verschönerung des Parks schritt 1931 voran. Die ersten Kastanienbäume wurden gepflanzt und neue Hauptwege geschaffen.

Die ersten Trinkstunden wurden 1932 vormittags und nachmittags mit Musik im Brunnentempel angeboten. In den 1930er-Jahren entwickelte sich der Fremdenverkehr in Zwesten, der im Herbst 1941 jedoch durch den Zweiten Weltkrieg zum Erliegen kam.

Neuanfang nach dem Krieg

Der Neuanfang war schwierig. Ab 1955/56 kamen erste Gäste wieder, die die Trinkstunden besuchten – Ein Reisebus kam erstmals 1957 nach Zwesten. Die Aufwärtsentwicklung ging nur langsam – jedoch deutlich sichtbar – voran. 1960 wurde der Löwensprudel zur staatlich anerkannten Heilquelle und 1963 wurde Zwesten dann zum staatlich anerkannten Erholungsort.

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Die Heilanzeigen des alten Löwensprudels konnten erneut nachgewiesen werden. Dieses Gutachten ist Grundlage für die spätere Genehmigung an die Firma „Zwestener Löwensprudel“ zur Abfüllung als Heilwasser sowie für die spätere Anerkennung der Gemeinde als Heilquellen-Kurbetrieb und Heilbad. Eine Besonderheit in Europa liegt in dem Löwensprudelpark: Auf einer Fläche von nur etwa 2,5 Hektar treten sieben Quellen mit unterschiedlichen Mineralisierungsgehalten zu Tage, welche artesisch – also nicht gebohrt – sind. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt 12 Grad. (zsr)

Quelle: HNA

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