Bürgermeister-Wahl: Erich Göbert hat schon viele politische Schlachten geschlagen

„Wissen, dass es uns gibt“

Zupacken will Erich Göbert als Bürgermeister vor allem bei der Sanierung des Haushalts und dass es Neubürger in Neuenhain gibt. Foto: Schmitt

Neuental. Ein politisch unbeschriebenes Blatt ist Erich Göbert nicht. Seit 28 Jahren ist der gebürtige Singliser in der Politik aktiv. Jetzt will der Mittfünfziger aus Römersberg Bürgermeister von Neuental werden.

Bei den politischen Schlachten der Vergangenheit kämpfte Göbert gegen Atomkraft in Borken, machte sich dafür stark, den Borkener See unter Naturschutz zu stellen, sprach sich für einen qualifizierten Abschluss der A49 aus und engagierte sich ab Mitte der 90er-Jahre im Neuentaler Parlament. Nach einem Streit über einen Vertrag mit der Eon, dessen Inhalt er nicht kannte, legte er sein Mandat nieder. Die vergangenen beiden Jahre verbrachte er beruflich in Irland.

In den Jahren seines politischen Engagements „ging es mir stets um die Sache, nie um Parteilichkeit“. Als Bürgermeister wolle er das nicht anders halten. Vor allem wolle er mit den Menschen sprechen, sie von seinen Ideen und Zielen überzeugen.

Erstes Ziel sei, den Haushalt zu sanieren. Damit einher „gehen wohl drei Jahre Dürre“, in denen die Verwaltung neu strukturiert werden müsse. Um das zu erreichen, schrecke er auch vor Entlassungen nicht zurück. „Mit Ärger rechne ich.“ Das irritiere ihn nicht, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder.

Das Hauptproblem Neuentals ist die Veränderung in der Bevölkerungsstruktur. „Die Leute ziehen weg, weil es keine Arbeitsplätze gibt.“ Der Grund: Chancen, wie die gute Verkehrsanbindung, die Lage und die Kinderfreundlichkeit wurden nicht genutzt. Sein Rezept: mit Betrieben Kontakt knüpfen, um sie in Neuental anzusiedeln. Darunter einen Discounter, damit die Menschen vor Ort einkaufen, „und ihre Geld nicht in anderen Gemeinden lassen“.

Um Betriebe anzusiedeln, müsse Neuental bekannt werden. Wie damals, als es ein Seifenkistenrennen gab, über das hessenweit berichtet wurde. Was damals das Seifenkistenrennen war, könnte heute Göberts Idee sein, das Gelände am Autobahnende in Bischhausen in einen riesigen Solarpark zu verwandeln. Und damit die Leute wissen wo sie sind, soll in großen Lettern www.neuental.de zu lesen sein. So könne verhindert werden, dass Neuental von der Entwicklung weiter abgekoppelt wird. Das sei Aufgabe eines Bürgermeisters.

Kümmern will er sich zunächst einmal um die Wähler. Um eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, hat er mit seinen Mitstreitern die Aktion „100 Prozent“ ins Leben gerufen. Ein Wettstreit der Ortsteile, um die höchste Wahlbeteiligung könnte dazu beitragen, die Wähler an die Urnen zu locken. „Ganz nebenbei „wären 100 Prozent eine tolle Werbung für die Gemeinde.“

Klare Vorstellung hat er von seiner ersten Amtshandlung als Bürgermeister. „Der Bauhof soll die drei Schlaglöcher vor meinem Grundstück zu machen.“ Darum habe er bislang erfolglos gebeten.

Quelle: HNA

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