Felix Römer zeigte an der Radko-Stöckel-Schule, worauf es beim Sprechen ankommt

Wissen, wovon man redet

Mittendrin: Felix Römer (zweiter von links) las an der Radko-Stöckel-Schule und zeigte den Schülern außerdem auf spielerische Art, dass es beim Reden nicht nur auf die Stimme, sondern auch auf das Auftreten ankommt. Foto: Kamisli

Melsungen. Es geht um Gummiwiesel, Randkugeln und Wurstbomben - wer den Schülern der FOS 12 der Radko-Stöckel-Schule an diesem Vormittag zuhört, versteht nur Bahnhof.

Sie führen Expertengespräche über Fantasiebegriffe. Erst zögerlich. Dann immer lebhafter. „Wichtig ist, dass es so rüberkommt, als wüsstet ihr, worüber ihr redet“, sagt Felix Römer.

Der 31-Jährige, der lässig am Pult lehnt, ist ein landesweit bekannter Sprachkünstler. Er weiß, wie man durch Körperhaltung, Gestik, Mimik und mit Sprache „Räume und Säle öffnet.“ Genau das will er den Lerngruppen der Fachoberschule, die im Anschluss an seine Lesung in der Aula, an den Arbeitsgruppen teilnehmen, nahe bringen.

Römer überzeugt seit Jahren bei Poetry Slams, also modernen Dichterwettstreiten, das Publikum von seinen Texten. Deutschlehrer Christoph Wandel hat Felix Römer mit Unterstützung des Fördervereins an die Radko-Stöckel-Schule eingeladen. Nicht nur um seinen Schülern das Sprechen vor Publikum näher zu bringen: „Die Idee dahinter ist mehr kulturelle Bildung in die Schule zu integrieren. Gerade an Beruflichen Schulen kommt das oft zu kurz.“

Dass es gar nicht so einfach ist, überzeugend rüberzukommen, auch wenn man genau weiß, was man sagen will, merken die Schüler schnell bei einer der Übungen, die Felix Römer für sie mitgebracht hat. Ja, Wer, Was, Grün, Nein, Vielleicht, Danke, Warum, Nein, Nein, Gerne, Nein - zwölf Worte gibt er vor.

Jetzt haben die Jungen und Mädchen nichts außer Körpersprache und Stimme zur Verfügung, um ein selbstausgedachtes Szenario so darzustellen, dass das Publikum auch weiß, um was es geht. Manche Szenen lassen die Zuschauer ratlos, während bei anderen trotz der wenigen Worte ganz und gar deutlich wird, worum es geht.

Da hört man dann unter den Klassenkameraden ein „eyh, das war echt gut.“ (kam)

Quelle: HNA

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