Waldzustandsbericht Hessen deckt sich mit lokaler Situation

Witterungsextreme stressen den Wald

Wolfhager Land. Der Wald ist gestresst: 2015, das zweitwärmste Jahr seit 1881, hat mit viel zu wenig Niederschlag bis heute Folgen für den Wald.

Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Waldzustandsbericht des Hessischen Umweltministeriums hervor. Begünstigt wurde so hessenweit die Ausbreitung des Fichtenborkenkäfers im Verlauf dieses Jahres. Eine Entwicklung, die Theo Arend von Hessen Forst für die Region bestätigen kann. Allerdings habe man angegriffene Fichten sofort geschlagen und so eine Ausbreitung eindämmen können. Als Vorteil bestätige sich die hiesige Struktur des Mischwaldes, auf die man im Zeichen des Klimawandels seit Jahrzehnten hinarbeite.

Beschrieben wird im Waldzustandsbericht auch die besonders starke Fruchtbildung der Buchen in diesem Jahr, die für den Baum eine große Anstrengung bedeutet und für Blattverlust sorgt. „Normalerweise blüht die Buche alle acht bis zwölf Jahre. Seit rund 20 Jahren sind die Abstände im Zeichen des Klimawandels kürzer geworden“, so Arend. Dies könne der Vorbote für gesundheitliche Probleme der Buche sein.

Aktuell bereitet den Forstleuten ein anderes Problem große Sorge, das sich auch im hessischen Waldzustandsbericht wiederfindet: Das Eschentriebsterben. Die heimischen Eschen werden durch einen Pilz massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt. Dies sei für den Altkreis Wolfhagen deshalb so fatal, weil es hier einen großen Eschenbestand gebe, sagt Arend. Der Baum gedeihe besonders gut in Kuppenlagen, weil dort Muschelkalk- und Basaltböden vorherrschten. Betroffen sind zum Beispiel der Zierenberger Stadtwald und der Isthaberg.

Trotz aller Probleme müsse man für den Wald kein Untergangsszenario malen, meint der Sprecher von Hessen Forst. „Wir haben hier bei uns verhältnismäßig gute Strukturen.“

Quelle: HNA

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