Briefe von Inkasso-Unternehmen gingen an Hinterbliebene

Witwen wurden Opfer von Telefonsex-Betrug

Schwalm-Eder. Briefe, in denen ein Inkasso-Unternehmen die Begleichung von Rechnungen für Erotik-Dienstleistungen anmahnt, flatterten in den vergangenen Tagen bereits einigen Witwen im Schwalm-Eder-Kreis ins Haus.

„Und es ist davon auszugehen, dass es noch mehr Betroffene gibt“, sagt Reinhard Giesa von der Polizeidirektion in Homberg. Allein in der vergangenen Woche kam es zu fünf Anzeigen.

Meist hätten ältere Menschen diese Briefe erhalten, sagt Giesa. Im Detail ging es um die angebliche Inanspruchnahme von Sex-Hotlines. „Bei dieser Masche versuchen die Täter offensichtlich, die Scham der Senioren sowie die Angst vor der Beschädigung des guten Rufs auszunutzen.“ Besonders schlimm sei, dass offenbar auch Todesanzeigen von den Trickdieben ausgewertet wurden. „Es wird unterstellt, dass die Verstorbenen Telefonsex in Anspruch genommen haben“, sagt Giesa.

In einem Fall öffnete die über 70-jährige Witwe eines Mannes aus Homberg den Brief mit der Aufforderung, 176,81 Euro an ein angebliches Inkasso-Unternehmen zu überweisen. Da ihr Mann aber schon vor längerer Zeit verstorben war, informierte die Frau die Polizei. Ähnlich ging es der Frau eines kürzlich verstorbenen Mannes aus Guxhagen. Auch ihr Mann soll eine Sex-Hotline angerufen haben. „Das erschüttert die Hinterbliebenen besonders“, sagt Giesa.

Absender der Briefe ist eine Firma namens „Toma Inkasso s.r.o.“ mit einer Postanschrift im tschechischen Svetlá nad Sázavou, heißt es von der Hessischen Verbraucherschutzberatung. In den Briefen würden „weitere Zwangsmaßnahmen“ von der Lohnpfändung bis hin zur Mitteilung an die Schufa angedroht. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine Zahlungsverpflichtung nur besteht, wenn eine kostenpflichtige Leistung tatsächlich vereinbart war.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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