Abschlussabend mit Mia Pittroff und dem AoK-Kabarett

17. Melsunger Kabarett-Tage: Witz, Tempo und Charme

Frech und voller tiefschwarzem Humor: Die gebürtige Fränkin und frühere Poetry-Slamerin Mia Pittroff. Foto: privat

Melsungen. Während der Melsunger Kabarett-Tage 2011 präsentieren junge Talente der deutschen Kabarett- und Comedyszene ihre aktuellen Programme. Den dritten Abend in der Kulturfabrik bestreiten Mia Pittroff und das Duo Anna Warntjen und Karolin Stern. 

Mia Pittroff: „Mein Laminat, die Sabine und ich“ nennt sich das Programm, das die gebürtige Fränkin am Montag, 7. November, ab 19.30 Uhr präsentiert. Humor, trocken wie Heizungsluft, gute Beobachtungen und wunderbar groteske Bilder, das sind die Markenzeichen von Mia Pittroff. Sie erzählt glaubhafte Geschichten und führt damit das Publikum charmant, frech und voller tiefschwarzem Humor immer wieder aufs Glatteis.

Mia Pittroffs Solo-Programm ist laut Mitteilung weibliche Komik, die ohne „er-sagt-sie-sagt“-Vergleiche auskommt. Sie begibt sich in andere Höhen und Tiefen: Die Entsorgung eines Laminatfußbodens wird bei Mia Pittroff zum emotionalen Moment, der Abschluss einer Rentenversicherung zum historischen Höhepunkt und selbst zum Thema Parkplatzsuche hat die Germanistin noch ein Vier-Minuten-Lied in Petto.

Mit ihrem unverkennbar fränkischen Zungenschlag redet und singt sich die nur scheinbar scheue Kabarettistin fast um Kopf und Kragen. Ob über die Modekrankheit „Vilzudun“ oder die Suche nach der korrekten Bezeichnung für Sanifair-Gutscheine („Pinkelbillet, Uringutschein oder Brunsticket?“), die Themen der 30-Jährigen sind so überraschend und vielfältig wie die Biersorten in Franken. Davon gibt es unzählige. Und die preisgekrönte, frühere Poetry-Slamerin weiß sie auch noch alle auswendig. • AoK-Kabarett: „Hier stehen wir und können nichts anderes“, so lautet der Titel der beiden ausgebildeten Theater-Schauspielerinnen Anna Warntjen und Karolin Stern. Gemeinsam sind sie das AoK-Kabarett, das am Montag, 7. November, ab 21 Uhr auf der Bühne steht. Anna und Karo, zwei arbeitslose Schauspielerinnen, brauchen einen Job, denn Anna gibt gnadenlos aus, was Karo mühsam erspart hat. Deshalb stürmen sie die nächstbeste Bühne und erzählen drauf los.

Mit viel Spielfreude und unbändiger Energie starten sie eine Reise durch deutsche Befindlichkeiten: Sie quälen sich durch diverse Telefon-Hotlines, betreiben Namensforschung bis in die höchste Politik und zeigen, dass sogar das horizontale Gewerbe mit dem Tarifsystem der Deutschen Bahn scheitern würde. Sie wechseln in Schwindel erregender Geschwindigkeit von einer Rolle zur nächsten, verwandeln die Bühne in Sekunden vom neoliberalen Upperclass-Kaffeekränzchen zur Sofa-Ecke einer grenzdebilen Prekariatsfamilie, heißt es in einer Mitteilung. Sie gehen sogar soweit, berühmte Theaterrollen der Weltliteratur als Joghurt vorzutragen. (alx)

Quelle: HNA

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