Wohnen mit Betreuung: Teil der Anlage in den Teichwiesen komplett vermietet

Eine kleine Welt für sich: Die Anlage in den Teichwiesen liegt nur weniger Meter von der Melsunger Altstadt entfernt. Eine Straße und zwei Fußwege führen dorthin. Fotos:  Müller-Neumann

Melsungen. Die Treppen waren zu beschwerlich, die Gartenarbeit wurde zur Last, das eigene Haus zu groß: Die Gründe, warum Menschen in die Anlage für Betreutes Wohnen in den Melsunger Teichwiesen ziehen, sind bei allen nahezu identisch.

Egal, ob sie schon der Pflege bedürfen oder nicht. Einheitlich ist die Meinung: „Wir fühlen uns hier wohl, die Entscheidung war richtig.“

Wenn ein Single oder ein Ehepartner 60 Jahre alt ist, ist eine Aufnahme möglich. So liegt denn die Altersspanne der Bewohner - zumeist Frauen - zwischen 60 und derzeit etwa 90 Jahren. Die meisten kommen aus Melsungen oder der näheren Umgebung.

Von den 30 Wohnungen in den fünf Häusern des ersten Bauabschnitts sind 28 bewohnt, darunter alle acht Sozialwohnungen. 17 weitere Wohnungen stehen im Laufe des zweiten Halbjahres 2012 in drei Häusern zur Verfügung. „Der größte Teil ist bereits reserviert“, erklärt Claudia Baer vom AKGG, dem Betreiber der Anlage. Das Interesse am Kauf der Wohnungen war bisher gering. Das heißt: Alle jetzigen Bewohner sind Mieter der vom Bauunternehmen Frank Lengemann errichteten Anlage.

Wer einen Pflegedienst benötigt, habe freie Wahl, betont Marion Viereck, deren Pflegedienst Kooperationspartner des AKGG ist. Baer: „Wir haben eine gute Durchmischung zwischen Hilfebedürftigen und Menschen, die noch fit sind.“ Das bedeutet im Alltag: „Die Nachbarschaftshilfe funktioniert gut, einer kümmert sich um den anderen“, sagt Beate Prang vom AKGG, die Ansprechpartnerin in der Wohnanlage ist. Sie hilft zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen und kümmert sich darum, dass der Hausmeister einem Bewohner zur Hand geht. Sie hält auch den Kontakt zu den Mietern, fragt ob alles in Ordnung sei oder sie Hilfe benötigen.

Im Juni sind die ersten eingezogen. Manche kannten sich schon zuvor, die anderen wurden schnell integriert.

Alle wissen die Bequemlichkeit der Häuser und der Wohnungen, die allesamt per Fahrstuhl zu erreichen sind, zu schätzen. Allen steht ein Gästezimmer zur Verfügung, in dem bis zu drei Besucher außerhalb der eigenen Wohnung übernachten können.  

Ein Treffpunkt für alle ist das Teichwiesenrondell, eine öffentliche Gaststätte, die außer montags von 11.30 bis 18 Uhr geöffnet hat, sonntags schon ab 9.30 Uhr. Wer nicht selbst kochen möchte, kann anhand des Wochenplans aus drei Menüs auswählen und im Teichwiesenrondell essen oder sich die Mahlzeit in die Wohnung bringen lassen, erklärt Beate Prang. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen.

Ab November werden dort zusammen mit der Melsunger Seniorenbeauftragten Marén Feldhaus auch Veranstaltungen angeboten.

Demnächst wird es eine eigene Hauszeitung geben mit dem Titel „Teichwiesenrondell aktuell“. Einmal im Monat sollen dort Veranstaltungen angekündigt, über Neues berichtet werden und Beiträge der Bewohner erscheinen. (bmn)

Mehr dazu in der gedruckten Ausgabe der Melsunger Allgemeinen.

Quelle: HNA

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