Trutzhain machen nur wenige Leerstände zu schaffen

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Siedlung von historischer Bedeutung: Bis zu vier Wohneinheiten finden in den teilweise 60 Meter langen Gebäuden Platz. Bis 1945 waren sie Teil des Kriegsgefangenenlagers. Ab 1948 fanden dort Heimatvertriebene eine Zuflucht. 1951 entstand daraus die Gemeinde Trutzhain.

Trutzhain. Hessens jüngste Gemeinde scheint als Wohnstandort weiterhin attraktiv zu sein. „Es gibt natürlich Leerstände, aber nicht mehr als anderswo“, erklärt Karl-Dieter Schnarr. Der Stadtplaner begleitet in Trutzhain das Förderprogramm Soziale Stadt. Bis jetzt profitierten davon zehn private Bauherren.

Ehemalige Kunstblumenfabrik: In einer Phase des Lagers wurde das Gebäude als Synagoge genutzt. Es steht leer teilweise leer.

Zuschüsse gab es in Höhe von 140.000 Euro. Noch bis Ende des Jahres können seinen Angaben nach entsprechende Anträge gestellt werden.

Seit 1985 steht der Ortskern als Ensemble unter Denkmalschutz. Beim Rundgang durch das Dorf fallen die sehr individuell gestalteten Baracken auf. Bis zu vier Wohneinheiten oder Betriebe finden in den bis zu 60 Meter langen Gebäuden Platz. Teilweise präsentieren sie sich mit aufwändig gestalteten Vorgärten, andere wiederum sind nur durch eine schlichte Rasenfläche von der Straße abgrenzt.

Zwei leerstehende Kopfbauten fallen in der Hauptstraße ins Auge. Sie sind nach Einschätzung der Gedenkstättenleiterin Karin Brandes Kulturdenkmäler von historischem Wert. Da ist zum einen die Bauernstube – hier war die Bibliothek des Kriegsgefangenenlagers untergebracht –, zum anderen weist ein Schild im Fenster daraufhin, dass für die ehemalige Kunstblumenfabrik ein Käufer gesucht wird.

Karl-Dieter Schnarr

Aus Sicht von Bürgermeister Wilhelm Kröll hat sich das Förderprogramm positiv auf den historischen Ortskern als Wohnstandort ausgewirkt.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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