Studie: 2025 sind 4680 altengerechte Wohnungen nötig

Wohnraum für alte Menschen fehlt

Schwalm-Eder. Senioren im Schwalm-Eder-Kreis haben schlechte Chancen, in ihren eigenen vier Wänden alt zu werden. Denn bereits in 15 Jahren werden nach einer Untersuchung des Pestel-Instituts Hannover kreisweit 4680 altengerechte Wohnungen benötigt.

In seiner Regionaluntersuchung schreibt das Pestel-Institut aktuelle Daten zur Einwohnerentwicklung per Modellrechnung bis 2050 fort - insofern handelt es sich bei dem infrage stehenden Bedarf von 4680 altengerechten Wohnungen mehr um eine Schätzung als eine Prognose, teilte Matthias Günther vom Institut mit.

Schon jetzt aber spüren Baugesellschaften eine steigende Nachfrage: „Der Bedarf an barrierefreien Wohnungen ist sehr groß und nimmt weiter zu,“ sagt Jürgen Bluhm von der Wohnstadt Kassel, die kreisweit 1364 Wohnungen hat, darunter jeweils mehr als 100 in Schwalmstadt, Homberg, Borken, Fritzlar, Gudensberg und Melsungen. Der Trend sei klar: Viele der älter werdenden Menschen wollten so lange wie möglich selbstständig leben. Dazu bräuchten sie ebenerdige Wohnungen mit schwellenfreiem Badezimmer und breiten Türen.

Auch die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) sieht sich mit verstärktem Bedarf nach altengerechten Wohnraum konfrontiert. 530 Mietwohnungen hat das Unternehmen in Fritzlar und Melsungen. 10 bis 15 Prozent davon sind barrierearm, sagt Stefan Bürger von der GWH. Dieser Standard sei bei Altbauten allerdings nur schwer zu erreichen, schon bei einem Hochparterre sei dies nahezu unmöglich.

77 Prozent des kreisweiten Wohnungsbestandes besteht nach Angaben des Pestel-Instituts aus Ein- bis Zweifamilienhäusern. Genaue Zahlen über den Anteil altengerechter Wohnungen in diesen Gebäuden gibt es nicht. Die Zahl der Wohngebäude lag nach Kreisangaben 2007 bei 51 235.

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Quelle: HNA

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