Plan gegen Wohnungsmangel

Wohnraum für Kasseler Studenten soll in Melsungen entstehen

Notsituation: Diese Studentin der Frankfurter Universität musste 2011 in einer Notunterkunft unterkommen. Die Situation in Kassel ist aktuell angesichts von insgesamt fast 23 000 Studenten ähnlich dramatisch. 880 Studenten warten auf einen Wohnheimplatz und die Universität musste Räume in Kirchen, Kinos und Klinikum anmieten. Archivfoto: dpa

Melsungen. Die Kassler Universität ist nach Aussage von Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Ebenfalls fehle Wohnraum für Studenten. Die Melsunger SPD und die FDP wollen mit Städtischer Wohnungsbaugesellschaft und Investoren diesen jetzt in Melsungen schaffen und in Kooperation mit der Universität in Kassel bewerben.

Der Überlegung liegt nach Aussage von SPD-Fraktionsvorsitzendem Volker Wagner die Idee zugrunde, dass sich eine nicht geringe Zahl von Studierenden in einer nahegelegenen Kleinstadt wohlfühlen könnten. „Wir haben drei Zielgruppen, an die wir uns primär wenden wollen“, sagt Volker Wagner weiter. Diese seien:

• Studenten, die sich einen Wohnort in einer Kleinstadt vorstellen können.

• Junge Studenten-Familien.

• Junge Wissenschaftler.

Hinzukämen noch Menschen, die derzeit ein duales Studium oder eine duale Ausbildung bei B. Braun Melsungen oder in der Region absolvieren. Für diese könne bis 2016 Wohnraum geschaffen werden. Die Rede ist von derzeit 30 jungen Menschen - Potenzial sei bis für 50 Menschen möglich.

Zum Start seien bis zu 25 Wohneinheiten geplant. Der Finanzbedarf liege bei etwa zwei Millionen Euro und könne mithilfe von Investoren gedeckelt werden.

B. Braun-Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Georg Braun habe Gespräche mit Unternehmen wie der Edeka, Faubel, Braun und Wikus geführt und für die Idee und ein Engagement der Firmen geworben, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Joost Fastenrath.

Gründe, die für Melsungen sprechen

Es gebe viele gute Gründe, die für Melsungen sprächen, erklärt Wagner weiter.

• Die Studenten könnten mit ihrem Semesterticket kostenlos zwischen dem Campus und ihrer Wohnung pendeln (Fahrzeit etwa 30 Minuten).

• Attraktive Angebote wie Lesungen, Kabarett-Veranstaltungen, Konzerte, die Freilichtbühne, das Kino an der Freilichtbühne und innenstädtische Veranstaltungen wie Hessen geschmackvoll, den Wochenmarkt, das Weinfest und viele mehr.

• Das sportliche Angebot von Grasbahnrennen, vielfältiger Vereinssport und Frei- und Hallenbad.

• Die Lage und die Anbindung sei zudem sehr gut. Von der Regiotram, über den Cantus und die Autobahn.

• Alle wichtigen Infrastruktureinrichtungen seien vorhanden vom Krankenhaus bis zur schnellen Internetanbindung.

• Das gastronomische Angebot sei sehr gut. Es gebe viele Restaurants und Kneipen mit 18 Biergärten.

• Die Familienfreundlichkeit sei hoch. Das Betreuungsangebot sei sehr gut ausgebaut und die Regelbetreuung kostenlos für Eltern, Grundschulen und Gymnasium vorhanden.

„Wir wollen eine sehr gute Alternative sein und nicht Konkurrent zu Kassel“, sagt Fastenrath.

Die Situation in Kassel ist derzeit extrem. Die Universität musste zuletzt sogar Notunterkünfte anmieten.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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