Auflagen für Flüchtlinge und Hartz-IV-Empfänger

Wohnungsmangel schlägt sich auf Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis nieder

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis sind kleine Wohnungen knapp. Besonders Hartz-IV-Empfänger und Flüchtlinge haben es schwer: Sie dürfen Wohnungen nur unter strengen Auflagen beziehen.

Das bestätigt Jürgen König, Seniorchef von König Immobilien aus Homberg. Der Wohnungsmangel ist insbesondere für Flüchtlinge und Bezieher von Hartz IV ein Problem, denn sie müssen die Auflagen bezüglich der maximalen Quadratmeterzahl einhalten.

Anspruch auf eine eigene Wohnung haben anerkannte Flüchtlinge. Im Landkreis sind das 872. Viele von ihnen suchen derzeit Zwei- bis Dreizimmerwohnungen. Damit konkurrieren sie mit den mehr als 6300 Hartz IV-Empfängern. Der Wohnungsmangel schlägt durch bis auf die Gemeinschaftsunterkünfte des Landkreises: Derzeit suchen 280 Flüchtlinge dringend eine Bleibe. Denn: Sie leben in einer Gemeinschaftsunterkunft, müssten aber eigentlich ausgezogen sein.

Sobald Flüchtlinge einen Aufenthaltstitel erhalten, müssen sie vom Grundsatz her die vom Landkreis zur Verfügung gestellten Wohnungen verlassen, sagt Kreissprecher Stephan Bürger.

Nach Vorgabe des Jobcenters darf eine Wohnung für eine Person etwa 50 Quadratmeter haben und bis zu 310 Euro Kaltmiete kosten, erklärt Hans-Gerhard Gatzweiler Geschäftsführer des Jobcenters. Er erklärt, dass das Jobcenter einen gewissen Mietsatz an den Landkreis zahlt, solange Flüchtlinge noch in Gemeinschaftsunterkünften leben.

Vor die Tür gesetzt hat der Landkreis bisher keine Flüchtlinge: „Niemand muss ausziehen, wenn er nicht gleich eine Wohnung findet“, sagt Bürger. So versuche der Landkreis beispielsweise Mietverträge zugunsten von Flüchtlingen umzuwandeln.

Im Landkreis leben 2165 Flüchtlinge. 1293 haben noch keine Anerkennung. 927 von ihnen wohnen in vom Landkreis angemieteten Wohnungen. 366 leben in Gemeinschaftsunterkünften.

Quelle: HNA

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