Wolfhager Abiturient reiste nach Madagaskar 

"Work and Travel" auf der Insel Madagaskar: 18-Jähriger aus Wolfhagen half Kindern vor Ort 

Wolfhager Fabian Dummer reiste nach Madagaskar lernte dort Lemuren kennen 
+
Ganz schön gierig, der Lemur. Fabian Dummer aus Wolfhagen lernte auf seiner Reise nach Madagaskar die einheimischen Tiere kennen. Neben solchen schönen Momenten machte der 18-Jährige aber auch traurige Erfahrungen in den Slums von Madagaskar. 

Der 18-jährige Fabian Dummer aus Wolfhagen reiste nach dem Abitur auf die Insel Madagaskar. Dort sammelte er schöne, aber auch traurige Erfahrungen.

Er denkt noch immer an die Zustände in den Slums im Süden der Insel Madagaskars zurück. „Ich kriege manche Bilder einfach nicht aus dem Kopf“, sagt Fabian Dummer aus Wolfhagen.

Der Abiturient reiste von August bis November auf die Insel, um dort zu arbeiten und das ostafrikanische Land kennenzulernen.

„Nach Australien oder Neuseeland fliegt doch heutzutage jeder. Ich wollte eben etwas Außergewöhnliches erleben“, sagt er. Dummers Eltern seien erst einmal geschockt gewesen, als ihnen der 18-Jährige während seines Abiturs die Idee offenbart habe, nach Madagaskar zu gehen. „Sie haben es aber akzeptiert und fanden es dann sogar gut, weil es eben nicht das Standardziel für Work and Travel ist“, sagt der 18-Jährige.

Zehn Impfungen vor dem Abflug 

Weil das Ziel so ungewöhnlich ist, musste der Abiturient bereits ein Jahr vor der Reise mit der Planung beginnen. So musste Dummer zum Beispiel über zehn Impfungen über sich ergehen lassen, die Flüge buchen und Kontakt zu einem Reiseleiter vor Ort aufnehmen.

Nach seinem 18. Geburtstag ging das Abenteuer dann los. Dummer reiste mit einem Reiseleiter quer über die Insel und half, wo er konnte: „Ich war schockiert, als kleine Kinder um Trinkwasser bettelten. Daraufhin gab ich ihnen meine Flasche.“

Problem der Armut und Hungersnot auf der Insel 

Ihm sei zu dem Zeitpunkt bereits klar gewesen, dass er mit einer einzigen Flasche nicht das gesamte Problem gelöst habe. Das Problem der Armut, des fehlenden Trinkwassers, von Hungersnot und einer schlechten Infrastruktur. „Manche Kinder standen barfuß im Matsch und hatten keine Kleidung. Und Essen wird zum Beispiel niemals weggeworfen“, sagt er.

Dummer reiste auch zwei Wochen mit deutschen Lehrerinnen, die an einer Schule in Madagaskar ausgeholfen haben. Er lernte sie vor Ort kennen. „Für 1000 Kilometer brauchten wir zwei Wochen, weil die Straßen voll mit Schlaglöchern und an manchen Stellen unbefahrbar waren“, erinnert er sich.

Die Bewohner der Insel haben eine andere Lebenseinstellung 

Der 18-jährige Wolfhager hat durch seine Reise viel gelernt: „Da ich nicht wie ein normaler Tourist gereist bin, sondern stets den Kontakt mit den Einwohnern hatte, ist mir so einiges bewusst geworden.“ Die Bewohner der Insel hätten einfach eine andere Lebenseinstellung: Wenn ein Taifun käme, dann würde der Schuppen nach der Zerstörung einfach wieder aufgebaut. Was anderes bleibe ihnen ja auch nicht übrig. Außerdem hat der 18-Jährige mehr Selbstorganisation gelernt: „Ich musste vor Ort alles selbst erledigen. Sei es, eine Unterkunft zu suchen oder die Flüge nach Deutschland zu buchen.“

Dummer möchte noch einmal auf die Insel reisen

Fabian Dummer plant, erneut nach Madagaskar zu reisen, weil ihn die Zeit vor Ort so sehr geprägt hat. Am liebsten würde er direkt dort helfen, angefangen bei den Schulen: „Es herrscht ein Bildungsproblem. Lehrer, die französisch sprechen, werden gesucht.“ Die Prüfungen müssen nämlich auf Französisch abgelegt werden, weil dies die zweite Amtssprache nach madagassisch ist. Das Problem: Nur zwei von fünf Lehrern würden Französisch beherrschen.

Einwohner von Madagaskar sind glücklich mit dem, was sie haben

Fabian Dummer findet abschließend klare Worte zu seinen Erfahrungen, die er im Süden der Insel gesammelt hat: „Die Unwissenheit schützt die Einwohner von Madagaskar.“ Denn dadurch, dass sie nicht wüssten, welcher Luxus in anderen Ländern herrsche, seien sie einfach mit dem glücklich, was sie haben.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare