Auf flauschigen Klangwolken

Christina Lux und Ricky Dean Howard im Kulturladen 

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Mal schmetternd, mal mit zart schmirgelnder Stimme: Christina Lux.

Wolfhagen. Persönlich, ehrlich, schön. Melancholie trifft auf Lebensfreude, Neugierde auf Erfahrung. Der eine noch ganz am Anfang, die andere mittendrin in einer großen Karriere.

Ricky Dean Howard und Christina Lux sind sich nie zuvor im Leben begegnet, am Donnerstagabend im Kulturladen zum allerersten Mal. Die erfolgreiche Musikerin bietet dem englischen Newcomer ihre Bühne für dessen Deutschlanddebüt. Das tue sie gern, denn sie mag seine Stimme, wie sie sagt. Eine gute Entscheidung, denn im Doppelpack liefern sie den gut hundert Besuchern eine geballte Portion an Emotionen.

Vier Songs darf Howard spielen, der zurückhaltende Rotschopf, der gerade von Schauspieler Matthias Schweighöfer aus über 3000 Bewerbern für ein Onlinevoting zum neuen Kinofilm „Vaterfreuden“ ausgewählt wurde. Unter den letzten Zehn steht er auf Platz eins und kann noch gar nicht so recht fassen, was gerade um ihn herum passiert. „Es ist alles einfach nur verrückt und ich bin so dankbar, hier sein zu dürfen“, sagt er und stimmt ganz leise ein in einen Abend, der mit großen Gefühlen verzaubern soll.

Nervosität weicht

Howard braucht dafür nicht mehr als seine Gitarre und diese unverwechselbar sanfte Stimme, die einem ein Kribbeln über den Rücken schickt. Er erzählt von zwischenmenschlichen Beziehungen, von Liebe, lässt seiner Melancholie freien lauf, ohne dabei traurig zu wirken. Auch die anfängliche Nervosität weicht, als er „Tears will fall“ singt, den Song, der vielleicht schon bald in den deutschen Kinos zu hören sein wird und ein wichtiger Schritt auf der Karriereleiter des 27-Jährigen sein könnte.

Die hat Christina Lux längst erklommen, dank ihrer himmlisch schönen Lieder, die im Kulturladen wieder direkt ins Herz gehen. Es bleibt einem nicht viel anderes übrig, als sich dieser Songperlen voll und ganz hinzugeben, die voller Sinnlichkeit auf Lux’ musikalischen Spielplatz führen, den „Playground“, wie sie ihr aktuelles Album betitelt hat. Den teilt sie sich diesmal mit Tommy Baldu am Schlagzeug und Dominik Krämer am Bass, zwei Musiker, die die aus Balhorn stammende Musikerin noch heller leuchten lassen als sie es ohnehin schon tut.

Perfekt korrespondieren sie mit der vielfarbigen und sinnlichen Stimme ihrer Frontfrau, die ebenso schmettern wie zart schmirgeln, fein säuseln sowie tief und wuchtig werden kann. Ruhige und nachdenkliche Momente wechseln sich mit fröhlichen Ohrwurmnummern ab, die einen im Nu raus aus dem Kulturladen und rauf auf flauschige Klangwolken befördern. Wieder gelandet, möchte man Lux einfach nur noch in den Arm nehmen und nie wieder los lassen.

Quelle: HNA

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