Fraktionen konnten sich nicht einigen

Wolfhagen hat keinen Kulturpreis vergeben

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Neujahrsempfang der Stadt Wolfhagen

Wolfhagen. Erstmals hat die Stadt Wolfhagen bei ihrem Neujahrsempfang keinen Kulturpreis verliehen. Der Verzicht ist dem Versagen der Kommunalpolitiker geschuldet.

Die hatten sich während ihrer Stadtverordnetensitzung im Dezember auf keinen Preisträger einigen können. Das Gremium hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt.

Bei den in Erwägung gezogenen Adressaten für den mit 1500 Euro dotierten Preis handelte es sich um die Helfenbergmusikanten aus Philippinenburg und -thal und um den Spielmannszug der Feuerwehr Wolfhagen. Keiner der beiden Vereine hatte aber vom Parlament die erforderliche Mehrheit bekommen, bestätigte Stadtverordnetenvorsteher Burkhard Finke (SPD).

Laut Hessischer Gemeindeordnung kann diese Situation entweder eintreten, wenn beide Vorschläge mit Stimmenmehrheit abgelehnt werden oder bei einem Patt. Dem Vernehmen nach war letzteres eingetreten. Weder die Helfenbergmusikanten, Favorit der SPD-Fraktion, noch der vom Bündnis Wolfhager Bürger (BWB) für würdig befundene Spielmannszug machten das Rennen. Und bei Stimmengleichheit gilt ein Vorschlag als abgelehnt.

„Ich finde die Situation ziemlich peinlich“, sagt Finke, dennoch sei sie das Ergebnis eines demokratischen Prozesses. Die vier Fraktionen messen dem Kulturpreis, der seit 20 Jahren üblicherweise beim Neujahrsempfang verliehen wird, unterschiedliche Bedeutung bei. Während CDU und BWB den Preis in seiner jetzigen Form gerne abschaffen würde, halten ihn SPD und Grüne für ein Instrument, die Arbeit von Vereinen zu würdigen und sie, wenn auch in geringem Maße, finanziell zu unterstützen. Die SPD will zur nächsten Stadtverordnetensitzung über einen Vorschlag abstimmen lassen, den Kulturpreis hälftig an beide Vereine zu vergeben.

Quelle: HNA

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