Museumsleiter wird 70 Jahre alt  

Hermann Neumeyer aus Wolfhagen fährt auf dem Fahrrad nach Sizilien

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Der Mann am Klavier: Auf diesem alten Klavier hat Hermann Neumeyer mit zehn Jahren Klavierspielen gelernt.

Wolfhagen. Seit zwanzig Jahren fährt Hermann Neumeyer im Sommer quer durch Deutschland über die Alpen bis nach Sizilien: mit dem Fahrrad!

Auch sein 70. Geburtstag am heutigen Mittwoch, 28. Februar, wird ihn davon nicht abhalten können. 150 bis 200 Kilometer radelt er pro Tag, sodass er nach achtzehn Tagen den Ätna, den Vulkan Siziliens, wieder begrüßen kann. Dabei war die italienische Insel eigentlich nicht geplant gewesen. Nach ersten Radtouren durch Deutschland ging es nach Budapest, Barcelona und auch Rom. Doch die Königstour sollte Anfang der 90er-Jahre durch Jugoslawien bis nach Athen auf die Akropolis gehen.

Aber dann brach der Balkankrieg aus. Hermann Neumeyer musste sich eine Alternativroute suchen. Da er schon immer ein Faible für griechische Kunst und Italien hatte, entschied er sich für Sizilien. Autofahren oder Fliegen lehnt er ab, denn „beim Radfahren kann ich abschalten und man bekommt immer sofort Kontakt zur Bevölkerung“. Zwangsläufig erlernte er die italienische Sprache, die er inzwischen fließend beherrscht. Damit er aber nicht aus der Übung kommt, sucht Hermann Neumeyer natürlich öfters die Pizzerien oder das Eiscafé in Wolfhagen auf, um mit den Besitzern italienisch zu parlieren. Außerdem gehört Pizza zu seiner Lieblingsspeise. Seine Italienischkenntnisse kamen ihm auch schon sehr zugute bei Führungen durch die Stadt oder auf der Weidelsburg.

Liebe zur Geschichte

Neben seinen sportlichen Ambitionen gehört Hermann Neumeyers großes Interesse der Geschichte. Er war 18 Jahre lang im Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen tätig und ist seit 2013 ehrenamtlicher Museumsleiter des Regionalmuseum Wolfhager Land. Sein Spezialgebiet ist die Stadtgeschichte und das Fachwerk. Sein Ziel war immer, mit Vorträgen und Fahrten „Geschichte anschaulich und lebendig zu machen“. Das gilt auch für seine Arbeit im Weidelsburgverein seit 2014.

Musik und Theater: Hermann Neumeyer (links) mit Akkordeon in einer Szene aus „Pippi Langstrumpf“ bei den Klosterspielen Merxhausen. Neben ihm von links Viktor Kehm, Ehefrau Rosemarie, Elke Trümper und Jutta Hauck . 

Aber es gibt noch eine andere Seite von Hermann Neumeyer: eine weiche, romantische, kreative! Und die drückt sich in seiner Leidenschaft für die Musik und das Theater aus. Auf der Orgel, dem Klavier und Akkordeon kann er sich musikalisch austoben. Zum Theater ist er durch seine Frau Rosemarie gekommen, die seit acht Jahren dem Ensemble der Klosterspiele Merxhausen angehört. Zuletzt standen sie gemeinsam bei den Aufführungen zu „Don Camillo und Peppone“ auf der Bühne.

Noch viele Pläne

Dass Hermann Neumeyer am Mittwoch siebzig Jahre alt wird, können seine Freunde, seine Familie und er selber kaum glauben. Dazu sei er noch viel zu vital, zu sportlich und umtriebig. Auch seine Frau weiß, dass ihr Mann noch viele Pläne und Ideen hat. „Und was er sich vornimmt, das zieht er auch durch“, sagt sie aus Erfahrung. Sie sei immer wieder überrascht, wie viel Extremes ihr Mann in sich vereinigen könne.

Quelle: HNA

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