Fall ist ein typisches Beispiel

Stern-Redakteur recherchierte in Wolfhagen zu Klinikschließungen: Nun ist der Artikel erschienen

In Wolfhagen unterwegs: Stern-Redakteur Andreas Hoffmann. „Spannend ist der Fall, weil ich hier die Auswirkung der großen Politik konkret erleben kann“, sagt er.
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In Wolfhagen unterwegs: Stern-Redakteur Andreas Hoffmann. „Spannend ist der Fall, weil ich hier die Auswirkung der großen Politik konkret erleben kann“, sagt er.

Die Diskussion um die Zukunft der Wolfhager Kreisklinik interessiert nicht nur die Menschen in Stadt und Kreis Kassel. Auch im Magazin Stern findet sich das Thema in der aktuellen Ausgabe.

Update vom 30.1.2020, 12.11 Uhr: Beim HNA-Lesertreff in der Wolfhager Stadthalle war auch Andreas Hoffmann, Redakteur des Sterns aus Berlin, dabei, um die Debatte zu verfolgen. Nun ist sein Artikel in dem Magazin erschienen. 

Darin zu Wort kommt unter anderem Dr. Matthias Hughes, Internist aus Wolfhagen, der beim HNA-Lesertreff im November auf der Bühne stand. Er hatte damals erklärt, warum die Klinik als eine Säule bei der Gesundheitsversorgung im Wolfhager Land unerlässlich sei: Nimmt man eine von drei tragenden Säulen weg, bricht das System zusammen.

Beim Lesertreff war außerdem das dänische Krankenhausmodell Thema und wurde auch im Stern aufgegriffen. Die Dänen haben zwei Drittel ihrer Kliniken geschlossen – allerdings gleichzeitig massiv in ambulante Gesundheitszentren und den Rettungsdienst vor Ort investiert. Hoffmanns Fazit: "Die Dänen wollen mit Klinikschließungen die Patienten besser versorgen, die Deutschen wollen sparen."

Am 16. November hatte die HNA über die Recherchen des Stern-Kollegen geschrieben:

Andreas Hoffmann recherchiert derzeit das Thema Klinikschließungen in Deutschland und ist dabei auf die HNA-Berichterstattung zum Wolfhager Fall aufmerksam geworden. 

Nun ist er in der ehemaligen Kreisstadt unterwegs, spricht mit Wolfhagern, Politikern und anderen Beteiligten. „Wolfhagen ist bei diesem Thema ein typisches Beispiel für den Konflikt in Deutschland zwischen Regionen, die sich abgehängt fühlen, und urbanen Zentren“, sagt er. 

Stern-Redakteur Andreas Hoffmann: Wolfhagen ist kein Einzelfall

„Das Thema Gesundheitsversorgung beschäftigt viele ländliche Regionen, und es ist Hölle kompliziert.“ Nicht umsonst habe Innenminister Horst Seehofer mal gesagt, dass es in Deutschland nur zwei Menschen gebe, die es komplett verstünden.

Spannend, so Hoffmann, sei es zu klären, wie die Bevölkerung optimal versorgt werde – auch wenn dies nicht vor Ort sei – ohne abgehängt zu werden. „Wichtig ist eine Lösung, bei der die Landbevölkerung nicht hinten runterfällt.“

Klinik Wolfhagen: Wie geht es weiter in der Gesundheitsversorgung?

Der 57-Jährige interessiert sich daher vor allem für die Fragen: Was machen wir mit unserer Gesundheitsversorgung? Und was können wir uns leisten und was nicht – gerade mit Blick auf die alternde Bevölkerung? Typisch sei dabei, dass die Verantwortung hin- und hergeschoben werde zwischen Politikern, Krankenhaus-Betreibern, Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung und Ärzten.

Vor diesem Hintergrund fand Hoffmann auch den Lesertreff in Wolfhagen sehr interessant. „Er hat alles geboten, was ich erwartet hatte: Die Wolfhager haben sich für ihre Klinik eingesetzt, es war sehr emotional und die Debatte spannend“, sagt der Wirtschaftsreporter.

Zum letzten Mal ist der Berliner nicht in Nordhessen gewesen. Für seinen Artikel will er in den kommenden Wochen noch einmal nach Wolfhagen reisen und mit weiteren Protagonisten sprechen. Um die Geschichte vom Kliniksterben dann anhand der Menschen vor Ort zu erzählen.

Quelle: HNA

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