Ehrenbürger Ralph Mollerick trug sich ins Goldene Buch ein

Wolfhagen will Straßen nach ehemaligen jüdischen Mitbürgern benennen

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Berührender Blick ins Goldene Buch: Bürgermeister Reinhard Schaake (links) zeigte Wolfhagens jüdischem Ehrenbürger, Ralph Mollerick, den Eintrag seines Vaters aus dem Jahr 1931, der später von den Nazis ermordet wurde. Ebenfalls im Buch die Unterschrift seines Onkels, Moritz Möllerich. 

„Was für eine Überraschung“, rief Ralph Mollerick auf Englisch aus, als er bei der Sitzung der Wolfhager Stadtverordneten am Donnerstag einen Blick in das Goldene Buch der Stadt warf.

Dort hatte sein Vater, der später im Konzentrationslager starb, am 18. Juli 1931 seine Unterschrift hinterlassen. Wie Bürgermeister Reinhard Schaake erklärte, war Mollericks Vater Josef Möllerich ein angesehener Wolfhager Bürger, der maßgeblich an der Aufstellung von Löwenskulptur, Eisernem Kreuz und dem Davidstern auf dem Marktplatz beteiligt war. Ralph W. Mollerick, der als Wolfgang Möllerich geboren wurde und später in den USA seinen Namen änderte, schloss den Kreis und hinterließ selbst mit seiner Frau Phylis einen Eintrag im Goldenen Buch.

Zum Auftakt der Parlamentssitzung hatte Ralph Mollerick eine kleine Ansprache gehalten, die er mit den Worten schloss: „Ich bin ein Wolfhager“. Stadt Wolfhagen und der ehemalige jüdische Mitbürger wollen gemeinsam ein Zeichen für Toleranz, Respekt und wertschätzendes Miteinander setzen, sagte Bürgermeister Schaake. Um das auch nach außen zu demonstrieren, sollen zwei Wolfhager Straßen nach den beiden ehemaligen jüdischen Mitbürgern Ralph Mollerick und dem verstorbenen Lutz Kann benannt werden. Diese Entscheidung fiel im Parlament einstimmig.

Ebenfalls einstimmig fiel die Abstimmung in Sachen Hessenkasse aus. Die Stadt Wolfhagen wird damit das Angebot des Landes Hessen zur Entschuldung annehmen. Das Land hat in seiner ersten Hochrechnung die Ablösung von 9,8 Millionen Euro an Kassenkrediten in Aussicht gestellt. Die genaue Summe wird demnächst mitgeteilt. Mit diesem Programm soll den Kommunen das Zinsrisiko abgenommen werden. Das Land will im zweiten Halbjahr 2018 alle Kassenkredite der teilnehmenden Kommunen ablösen. Im Gegenzug werden die Kommunen verpflichtet, 25 Euro je Einwohner pro Jahr zu tilgen. Das Land beteiligt sich ebenfalls jährlich mit 25 Euro je Einwohner pro Jahr und übernimmt gleichzeitig die Zinslast der abgelösten Kredite.

Der Abend in der Wolfhager Stadthalle wurde von einem Ensemble der Wolfhager Musikschule musikalisch begleitet.

Quelle: HNA

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