Hartnäckiger Winter verzögert Feldarbeiten

Wolfhager Bauern stehen in den Startlöchern

Wolfhager Land. Auch eine Woche nach dem astronomischen Frühlingsanfang am 20. März hat sich selbiger noch nicht aus seinem Versteck gewagt. Besonders wenig Grund zur Freude haben dabei die Landwirte: Der lange Winter verzögert die anstehenden Arbeiten um mehrere Wochen.

Noch immer beherrschen eisige Winde, strenger Frost und eine geschlossene Schneedecke das Wolfhager Land.

Anfang März stehen in aller Regel Pflegemaßnahmen wie das Düngen der bereits ausgebrachten Winterkulturen an. Dabei sind die Landwirte stark von der Witterung abhängig – durch die Schneedecke geraten die Vorbereitungen nun ins Stocken. „In zwei bis drei Wochen werden wir mehr wissen“, sagt Reinhard Schulte-Ebbert, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands in Kassel. „Vielleicht erleben wir dann einen heftigen Frühjahrseinbruch, bei dem die Natur diese Zeit schnell wieder aufholt.“

Nachtfröste seien dabei kein Problem: Für Düngearbeiten genüge es, wenn der Boden schneefrei, aber stabil und damit gut befahrbar sei. Auch die Landwirte aus der Region macht der dauerhafte Winter noch nicht unruhig. „Ist der Boden nur leicht gefroren, behindert das zumindest unsere Düngearbeiten nur unwesentlich“, sagt Ernst-Winfried Döhne aus Istha.Wetter

Verzögerung bis April

Der Landwirt bewirtschaftet einen 200 Hektar großen Betrieb mit Getreide-, Raps- und Maisanbau. „Normalerweise würden wir ab Anfang März das Sommergetreide bestellen. Durch die momentane Witterungslage verzögert sich das Prozedere aber voraussichtlich bis in den April hinein.“ Für eine Saat müssen die Böden erst abgetrocknet sein und sich auf eine Temperatur von etwa fünf Grad erwärmt haben. Dass das noch vor den Osterfeiertagen geschieht, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich: Die Wettervorhersagen für die nächsten Tage lassen nicht auf eine Schneeschmelze hoffen – in der Nacht sind sogar weitere Minusgrade angesagt.

Keine Ernteeinbußen

Gravierende Auswirkungen auf die kommende Ernte erwartet Reinhard Schulte-Ebbert jedoch nicht: „Probleme gibt es nur dann, wenn die bereits ausgebrachten Saaten von Weizen, Gerste, Raps und Roggen den Winter nicht gut überstanden haben. Doch für Aussagen darüber ist es jetzt noch zu früh.“

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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