Er brennt für Löschsysteme

Der Wolfhager Dieter Olinewitsch ist als Rentner für Brandschutzanlagen aktiv

Komplettes System auf einer Präsentationswand: Dieter Olinewitsch mit einer von ihm zusammengestellten Brandunterdrückungsanlage. 

Wolfhagen. Der Wolfhager Dieter Olinewitsch ist seit einem Jahr Rentner. Statt dem Ruhestand genießt der Maschinenbau-Ingenieur das Entwickeln von Konzepten für den Brandschutz.

Zum Warmwerden gibt es Hirnsport: Wenn bei Dieter Olinewitsch um 7 Uhr der Tag beginnt, zieht es ihn als erstes zum Sudoku. Um auf Betriebstemperatur zu kommen, braucht der 66-jährige Wolfhager mit dem westfälischen Akzent allerdings nicht lange, denn wichtige Aufgaben warten, für Leerlauf und Ruhestand ist der Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Maschinenbau nicht der Typ.

Er brennt für Feuerlöschsysteme. Für die Kundschaft entwickelt er aus den Komponenten verschiedener Hersteller Konzepte. „Ich reiße die Kunden auf“, sagt er, „ich verkaufe nichts selber, von mir gibt es nur die Beratungsleistung“. Und beim Beraten, da ist der Mann, der 1997 vom Niederrhein nach Wolfhagen kam, um in den Kasseler Rüstungsschmieden Thyssen Henschel und Krauss-Maffei Wegmann zu arbeiten, in seinem Element.

Olinewitsch ist eloquent, redet mit Begeisterung über die kleinen roten Wunderdosen, die das Herz der Löschsysteme sind, die er zusammenstellt. Die Botschaft: Die Brandunterdrückungsanlage ist doch ganz wunderbar. Sie unterdrückt entstehende Explosionen innerhalb von 150 Millisekunden. Im Bruchteil einer Sekunde erkennt sie die beginnende Explosion und stoppt sie. Dazu noch mit einem Löschmittel, das ungiftig ist. Olinewitsch weiß zu beeindrucken. Die Feuerlöschanlage soll vorhandenes Feuer erkennen und innerhalb von 20 Sekunden komplett löschen.

Es zeichne sich ein riesiger Markt ab für diese Systeme. Gerade angesichts der Lithium-Ionen-Batterien, die in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden und auch beim Speichern von Energie aus Windkraftanlagen und Solarparks. „Die Batterien sind kritisch. Gefährlich wird es bei Temperaturen über 60 Grad, bei mechanischer Überanspruchung, beim Laden, Entladen und Überladen.“

Schneller Sensor

Der Fachmann weiter: „Weil beim Verbrennen von Lithium Sauerstoff entsteht, sind die meisten bislang bekannten Löschmittel nicht geeignet“, sagt Olinewitsch. „Aber wir sind da mit unseren beiden Anlagen erfolgreich.“ Bei der Erklärung kommt der Ingenieur richtig in Fahrt: „Das liegt an der schnellen Detektion. Der Ultraviolett-/Infrarotsensor entdeckt innerhalb von drei Millisekunden Feuer und beauftragt das Schnellauslöserventil, das Löschmittel innerhalb von 100 Millisekunden auszubringen.“

Herz der Feuerlöschanlage: der Sojus-Generator mit Zünder und den Pellets für die Reinigung und Kühlung.

Während die Brandunterdrückungsanlage mit dem Gas FE-36 arbeitet, wirkt bei der Feuerlöschanlage Kaliumcarbonat. Das tritt als Aerosol aus. Dieser Nebel bringt das Feuer chemisch zum Erliegen. Was dem Feuer den Garaus macht, sei für Mensch und Tier völlig harmlos. „Kaliumcarbonat ist Pottasche, und die ist Grundlage für die Herstellung von Weihnachtsplätzchen, von Spekulatius und Lebkuchen.“ Die Funktionsweise des Generators fuße auf einem russischen Patent. „So ein Teil soll schon in der Sojus-Kapsel beim Flug in den Weltraum dringewesen sein.“

Als weitere Einsatzbereiche nennt Olinewitsch Werksküchen und Pommesbuden mit Friteusen, den Fahrzeugbau, Schiffe und Werkstattcontainer, aber auch Serverschränken und vor allem Windkraftanlagen.

Für die Ausstattung der Gondeln auf weit mehr als 100 Metern Höhe hat der Wolfhager Ingenieur, der sich seit gut 15 Jahren mit dem Thema Brandschutz befasst, ausgefeilte Konzepte zu bieten, die weit über das hinausgehen, was in den Windmühlen Standard ist. Auch zu diesem Thema kann der 66-Jährige mit Hingabe referieren und muss fast ein wenig aufpassen, dass er vor Begeisterung nicht überhitzt.

Quelle: HNA

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