Kirche macht Platz für Kita

Wolfhager Gemeindezentrum wird für zwei Kindergartengruppen umgebaut

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Bürgermeister Reinhard Schaake (links) und Pfarrer Martin Jung besprechen im Wolfhager Gemeindezentrum die weitere Vorgehensweise. In den Räumen soll im Sommer der Kindergarten einziehen.

Fast 70 Kita-Plätze fehlen in Wolfhagen. Das Stadtparlament hat deswegen bei der vergangenen Sitzung eine Übergangslösung beschlossen. Das evangelische Gemeindezentrum wird dafür umgebaut.

Wolfhagen – Die Wolfhager Kindergärten sind am Limit, und ab dem Sommer muss die Stadt wegen der steigenden Kinderzahlen weitere Kita-Plätze schaffen. 440 Kindern stehen 377 Plätze gegenüber. Deshalb sollen in Kooperation mit der Kirche zwei Gruppen im evangelischen Gemeindezentrum und im kommenden Jahr eine weitere im Kindergarten Haus der kleinen Füße Platz finden. Dieses Konzept hat das Wolfhager Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Nur Übergangslösung von maximal drei Jahren

Allerdings handelt es sich laut Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake dabei nur um eine Übergangslösung von maximal drei Jahren. In dieser Zeit soll die sogenannte Burg, das ehemalige Landratsamt, als dauerhafter Kindergarten ausgebaut werden. Die voraussichtlichen Kosten liegen bei 3,7 Millionen Euro. Dafür erhält die Stadt eine 90-prozentige Förderung vom Land aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“.

Bei rund 370 000 Euro liegt laut Schaake der geschätzte Eigenanteil der Stadt. Mit dem Landkreis als Eigentümer der Immobilie werde ein Erbpachtvertrag abgeschlossen. In dem Gebäude sollen künftig drei Kindergartengruppen und die Spielstube untergebracht werden. Bis es so weit ist, nimmt die Stadt Wolfhagen zunächst Geld in die Hand, um das Gemeindezentrum als Kindergarten nach den rechtlichen Vorgaben herzurichten. Davon profitieren sowohl die Kirche, als auch die Stadt. Die Kirche kann die sanierten Räumlichkeiten später wieder selbst nutzen und die Stadt zahlt keine Miete.

Kirche erneuert Verschiedenes mit eigenen Mitteln

Eine ursprünglich angedachte Containerlösung über drei Jahre hätte die Stadt laut Bürgermeister rund 600 000 Euro gekostet. Der Ausbau des Gemeindezentrums samt Außenanlage erfordert dagegen nur Ausgaben von rund 300 000 Euro. Darin enthalten sind auch Mittel für einen Spielbereich im Garten.

Laut Pfarrer Martin Jung werde die Kirche im Zuge der Bauarbeiten mit eigenen Mitteln die Elektroinstallation im Obergeschoss und die Heizung erneuern.

Damit alles zum Sommer fertig ist, wurde in diesen Tagen schon das Untergeschoss des Gemeindezentrums ausgeräumt, nach den Osterferien soll der Ausbau starten.

Für die kirchlichen Gruppen habe man räumliche Alternativen gefunden, so Pfarrer Jung. Ein Teil der Chöre treffe sich künftig in der Stadthalle. Für Sitzungen könne auch nach der Renovierung der Saal im Dekanat genutzt werden.

Gebührenfreiheit sorgt für Andrang

Wegen der steigenden Kinderzahlen hatte die Stadt Wolfhagen bereits Ende 2018 die dritte Gruppe in der Kita Ippinghausen wiedereröffnet. Das war für nicht-mobile Eltern allerdings keine Alternative. Die Zunahme der Anmeldungen hängt unter anderem mit der Gebührenfreiheit für Kinder ab drei Jahren seit August 2018 zusammen. Außerdem sind laut Stadt zunehmend mehr Integrationsmaßnahmen notwendig, die die Zahl der vorhandenen Plätze reduzieren.

Quelle: HNA

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