Wolfhager Kindergarten Zwergenstübchen darf sich Montessori-Haus nennen

Sie üben fürs Leben: Max (5), Lilly (5) und Gian-Luca (6) arbeiten, wie es in der Montessori-Pädagogik heißt, in der Ecke mit den Alltagsgegenständen. Sie waschen sich die Hände oder putzen Schuhe. Foto: Laumann

Wolfhagen. Hinter dem Wolfhager Kindergarten Zwergenstübchen liegen viele kleine Schritte. „Wir haben immer mehr Montessori-Elemente in den Alltag eingebaut“, sagt Leiterin Angela Kupferschläger. Doch der größte Schritt folgt noch: Ab Samstag, 5. Mai, darf sich der Kindergarten offiziell Montessori-Kinderhaus nennen.

Es ist das erste in Wolfhagen und Umgebung. Gefeiert wird das mit einem Tag der offenen Tür von 12.30 bis 18 Uhr. Von dem Tag an wird die Einrichtung auch nicht mehr Zwergenstübchen heißen. Den neuen Namen verrät Kupferschläger jedoch erst, wenn es soweit ist.

Das Zwergenstübchen startete vor sieben Jahren. „Damals war es als Notgruppe gedacht für Kinder, die einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz hatten, aber keinen erhielten“, erklärt Kupferschläger. Schnell etabliert sich die Gruppe, die auch unter Dreijährige betreut. Die Erzieher erarbeiten Ideen, viele fußen auf der Montessori-Pädagogik. „Das hat gut funktioniert“, blickt Kupferschläger zurück.

Es folgt der Entschluss, ganz auf die Montessori-Pädagogik zu setzen. Kupferschläger und ihre Kollegin Kristin Kubitzek legen 2010 nach zwei Jahren Fortbildung das Montessori-Diplom ab. Nach einer spielzeugfreien Zeit gestalteten die Erzieher im vergangenen Sommer den Gruppenraum nach dem Montessori-Konzept um.

Im Mittelpunkt stehen verschiedene Spiel- und Arbeitsbereiche. Bei der „Übung des täglichen Lebens“ lernen Kinder, wie sie Schuhe putzen, eine Schleife binden oder den Reißverschluss zuziehen. In einer anderen Ecke geht es um Sinnesmaterialien, in einer weiteren um Mathematik und Sprache. Einen Raum weiter entsteht die kosmische Ecke. „Noch haben wir nicht alle Materialien“, sagt Kupferschläger. So fehle ein Buch mit den Flaggen aller Länder. Die Puppen- und Bauecken haben aber auch weiterhin ihren Platz.

Überall gilt das Motto „Weniger ist mehr“. „Es gibt weniger Materialien, aber diese werden häufiger ausgetauscht“, erklärt Kupferschläger. In der Pädagogik spielt Ordnung eine wichtige Rolle. Alles hat seinen festen Platz - in jedem Montessori-Kinderhaus. „Die Kinder würden sich überall zurechtfinden, egal ob in einem Haus in Wolfhagen oder Dortmund.“

Die Idee: Von der äußeren Ordnung geht es zur inneren. Die Kinder sollen so zur Ruhe kommen. Ein weiterer Effekt: „Wir haben mehr Zeit fürs Kind.“

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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