Wolfhager Kino: Aufbruch in eine digitale Welt

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Jede Menge Arbeit: Kai Mellinghoff überprüft im Kinosaal die Lautsprecher der Beschallungsanlage. Im Vorführraum wird derzeit die neue digitale Technik installiert. In dieser Woche wird zudem die neue Leinwand eingebaut.

Wolfhagen. In zehn Tagen soll der Sprung in ein neues Zeitalter gelingen. Ein ehrgeiziges Vorhaben, weiß Kai Mellinghoff, Chef des Wolfhager Kinos, aber er ist sicher, dass in dieser Zeit die Umstellung seines Cinemas auf digitale Technik gelingen wird.

Mehr als 60 Jahre haben die beiden wuchtigen Bauer-Projektoren zuverlässig ihren Dienst im Vorführraum des Kinos geleistet, haben in dieser Zeit unzählige Kilometer von 35-mm-Filmen transportiert und durch die hochwertige Optik an die Leinwand des Saals geworfen. Am Mittwoch wurden sie abgebaut, sie sind reif fürs Museum.

Ein bisschen Wehmut war dabei, als die treuen Geräte aus dem Haus getragen wurden, schließlich ist Kai Mellinghoff mit ihrem gleichmäßigen Rattern aufgewachsen. Seit 1948 betreibt seine Familie das Kino, der 45-Jährige führt es in dritter Generation. Und weil er das Kino liebt, will er auch künftig Filme zeigen.

Kleinen Kinos wie das in Wolfhagen, das über 90 Plätze verfügt, sitzen die großen Häuser im Nacken. Damit sein Cinema überlebt, müsse er es konkurrenzfähig, technisch fit für die Zukunft machen, sagt Mellinghoff. „Für mich ist sicher: Entweder man macht in den nächsten zwei Jahren die Umstellung auf digital oder man macht zu.“ Das habe auch damit zu tun, dass die Belieferung für die Kleinen mit herkömmlichen Filmkopien durch die großen Verleihfirmen immer schwieriger werde.

Kai Mellinghoff hat sich für die moderne Technik entschieden. Sie bringt dem Publikum das Erlebnis dreidimensionaler Bilder, noch bessere Ton- und Bildqualität. „Das ist eine andere Welt“, sagt Mellinghoff über die digitale Technik, „das alte ist Steinzeit.“

Die Filme werden künftig nicht mehr auf dicken Filmrollen geliefert, sondern auf Festplatte. Um sie auch optimal darstellen zu können, bekommt das Cinema auch eine neue, größere Leinwand. 140 000 Euro steckt Kai Mellinghoff in die Zukunft seines Kinos. Vom Land Hessen gibt es ein Förderprogramm für die Digitalisierung kleiner Lichtspielhäuser. „Die Förderungs ist aber nicht das Ding“, sagt Mellinghoff. Er hätte auch ohne die Aussicht auf den Zuschuss investiert und den „Riesenschritt“, wie er sagt, unternommen. „Weil ich an das Kino glaube.“

In der kommenden Woche startet das digitale Zeitalter im Wolfhager Cinema mit einem Glas Sekt zur Begrüßung und dem Film Fluch der Karibik 4 in 3D. Beginn der Vorpremiere ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 0.01 Uhr. Vorbestellungen: 05692/995099.

Quelle: HNA

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