Wolfhager Land verliert 174 Bewohner - Naumburg am stärksten betroffen

Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Kassel: Viele Kommunen versuchen durch die Erschließung neuer Grundstücke insbesondere für Familien attraktiver zu werden. Das Neubaugebiet Auf der Horst entstand in Dörnberg. Foto: Ulbrich

Wolfhager Land. Der Trend der letzten Jahre bestätigt sich auch im Jahr 2013. „Der Rückgang der Einwohnerzahlen ist in den einzelnen Kreisteilen sehr unterschiedlich", berichtet Landrat Uwe Schmidt.

Während im Altkreis Kassel nur ein geringfügiger Rückgang um 0,12 Prozent (165 Einwohner) zu verzeichnen ist, liegt die Hauptlast des Einwohnerverlustes in der Region Hofgeismar, die einen Rückgang von 0,91 Prozent (515) zu verzeichnen hatte.

Das Wolfhager Land liegt mit 0,45 Prozent (174) Rückgang „in der Mitte“, so Schmidt weiter. Schmidt: „In diesem Jahr fällt allerdings besonders auf, dass sich die beiden ehemaligen Kreisstädte Hofgeismar und Wolfhagen besser gehalten haben, als in den Vorjahren“.

Während in Hofgeismar die Einwohnerzahl um 48 (Vorjahr 107) zurückging, konnte sich Wolfhagen über einen Zuwachs von 44 Bürgern (Vorjahr Rückgang um 15) freuen. Dies zeigt, dass sich die vorhandene Infrastruktur in den ehemaligen Kreisstädten und die gute Erreichbarkeit mit der RegioTram positiv auswirken. Die Herausforderung für den Kreis bleibe es daher, durch gezielte Maßnahmen in die dörfliche Infrastruktur die ländlichen Räume besonders im Raum Hofgeismarer und im Wolfhager Land weiter zu stärken. Durch die Einrichtung des Servicezentrums Regionalentwicklung und der Bündelung aller Förderprogramme für den ländlichen Raum an einem Ort habe der Kreis bereits organisatorisch auf die Entwicklung reagiert.

„Zusammen mit den Bürgermeistern und den ehrenamtlich Engagierten in den Kommunen arbeiten wir an Lösungsansätzen, um die Chancen zu nutzen, die sich auch im demographischen Wandel bieten“, informiert Schmidt.

Um als Ort dauerhaft attraktiv zu bleiben, komme es auch darauf an „positiv zu denken, statt nur zu jammern“. Manche Zahlen ließen sich, so der Landrat weiter, kaum erklären: „Immenhausen hatte 2012 einen Bevölkerungszuwachs von 37 und hat im letzten Jahr 142 Einwohner verloren - und das, obwohl sich an der Lebensqualität in diesem Zeitraum eigentlich nichts geändert hat“, wundert sich Schmidt.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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