Mehrheit will sich von Wilhelm Filchner als Namensgeber verabschieden

Wolfhager machen Weg frei für Walter-Lübcke-Schule

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Medienrummel am Freitagvormittag in der Wilhelm-Filchner-Schule: Schüler, Eltern und Lehrer begründeten ihr Votum für die Umbenennung der Schule. 

Mit großer Mehrheit hat sich die Schulkonferenz für die Umbennung der Wilhelm-Filchner-Schule ausgesprochen. Jetzt muss es nur noch der Kreistag absegnen.

Wolfhagen – Schulleitung, Eltern, Schüler und Lehrer der Wilhelm-Filchner- Gesamtschule wollen ihre Schule umbenennen. Neuer Namensgeber soll der im vergangenen Jahr ermordete Regierungspräsident Walter Lübcke aus Istha sein. Für diesen Vorschlag gab es am Donnerstagabend eine große Mehrheit in der Schulkonferenz, dem höchsten Entscheidungsgremium der Schulgemeinde mit 1400 Schülern und 120 Lehrern. Schon am  Freitag hat Schulleiter Ludger Brinkmann den Antrag an den Landrat auf den Weg geschickt. Er hofft, dass das Thema am 1. April auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung steht. Das letzte Wort hat der Kreistag, der sich jedoch bisher bei allen Namensthemen dem Votum der Schulen angeschlossen hat. „Wir freuen uns, wenn wir die erste Walter-Lübcke-Schule in der Republik werden“, sagt Schulleiter Ludger Brinkmann.

Die Entscheidung der Schulkonferenz sorgte am Freitag für ein Medienaufgebot in der Schule. Dafür steht vor allem der prominente Namensgeber Lübcke, der im Juni vergangenen Jahres Opfer eines mutmaßlich politisch motivierten Mordes wurde.

Die Initiative zur Umbenennung der Schule ging von den Schülern aus. „Gerade in der heutigen Zeit wollten wir ein Zeichen gegen Hass und rechte Gewalt setzen“, sagt Schulsprecherin Johanna Böttger. „Das Motto, für das Lübcke stand, Streiten für Demokratie und die Werte, die er vertrat, sind jene Werte, die auch an unserer Schule täglich gelebt und gelehrt werden. Wegen dieser Werte und dem regionalen Bezug ist Walter Lübcke ein Namenspatron, mit dem wir Schüler uns super identifizieren können. Ich wäre stolz, auf eine Schule zu gehen, die diesen Namen trägt“, so die Schulsprecherin.

„Ich habe für die Umbenennung gestimmt, weil mich das Engagement der jungen Leute außerordentlich überzeugt hat“, sagte gestern Heiko Weiershäuser vom Vorstand des Gesamtelternbeirates. Das Thema „Streiten für Demokratie“ sei untrennbar mit dem Namen Walter Lübcke verbunden gewesen. Als SPD-Mann habe er mit dem damaligen CDU-Parlamentarier Lübcke im Stadtparlament öfter gestritten, um anschließend mit ihm „bei einem Schoppen zusammen zu sitzen“.

Mit der Umbenennung sei ein dauerhafter Auftrag verbunden, so Schulleiter Brinkmann. Auch in Zukunft wolle man in der Schule für Demokratie streiten und dieses Motto als Schulgemeinde leben.

Die Schule ist derzeit nach Wilhelm Filchner benannt, der ein Gründungsmitglied der Gesellschaft für Rassenhygiene gewesen sein soll. Diese Tatsache hatte schon zuvor die Rufe nach einem Namenswechsel der Schule laut werden lassen. 

Quelle: HNA

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