Am Wolfhager Marktplatz

Erster Umsonstladen der Region eröffnet

Hier ist Bezahlen unerwünscht: Thomas Bölke und Nadine Schomburg betreiben in der Burgstraße ehrenamtlich den ersten Umsonstladen der Region. Foto: Hoffmann

Wolfhagen. Das Herzstück des kleinen, gemütlichen Ladens in der Burgstraße steht gleich im Eingangsbereich. Es ist ein dickes Sparschwein, das seit Samstag darauf wartet, ordentlich Futter zu bekommen.

Eine Kasse brauchen die Betreiber des ersten Umsonstladens der Region nämlich nicht, denn wie der Name schon sagt, wollen Nadine Schomburg und ihr Mann Thomas Bölke ihre Ware in den einstigen Räumen des Traditionsgeschäftes Schreibwaren Schomburg künftig kostenlos unters Volk bringen.

Gebrauchte Bücher, Spielsachen, Haushaltswaren und vieles mehr finden hier kostenlos zu einer neuen Nutzung. Ein Prinzip, das seit Jahren immer mehr Anhänger findet.

Auch in Wolfhagen ist das Interesse am Eröffnungstag groß. Zahlreiche Kunden durchstöbern die Regale, vom Bleistift über Fotoalben bis hin zur Leselupe ist hier manches Schnäppchen zu schlagen. „Damit der Laden funktioniert und für alle Menschen attraktiv bleibt, haben wir einige einfache Regeln“, sagt Schomburg, die vor Jahren schon am Aufbau eines vergleichbaren Geschäftes mitgewirkt hat.

Maximal drei Dinge

Jeder Kunde dürfe maximal drei Dinge für den persönlichen Gebrauch mitnehmen, lediglich eine kleine Spende sei erwünscht. „Wir müssen ja schließlich auch die Miete bezahlen“, so die Wolfhagerin.

Neben Spenden stammt die angebotene Ware teilweise auch aus dem Bestand des ehemaligen Schreibwarenladens, die Bölke und Schomburg als ehemaligen Betreiber nach der Geschäftsaufgabe an den Verein FAIRändern gespendet haben, unter dessen Dach der Umsonstladen ehrenamtlich betrieben wird.

„Damit der Laden funktioniert und für alle Menschen attraktiv bleibt, haben wir einige einfache Regeln.“

Holen und Bringen seien nicht zwingend miteinander verbunden, sagt Bölke, obgleich das Tauschprinzip auf ihn und seine Frau einen besonderen Reiz ausübe. So schwebe ihnen die Gründung eines Tauschrings für Wolfhagen vor. „Es ist doch eine schöne Vorstellung, eigene Talente gegen die anderer einzutauschen“, so der 37-Jährige. „Der eine backt einen Kuchen, der andere mäht dafür den Rasen.“

Denkbar sei zudem, erbrachte Leistungen auf einem Konto gutzuschreiben, um diese dann im Bedarfsfall einzulösen. Für die Realisierung eines solch zeitintensiven Projekts fehle es jedoch noch an Freiwillligen. Solche seien auch für den Umsonstladen willkommen, um die bislang auf drei Tage begrenzten Öffnungszeiten erweitern zu können.

Info: Der Umsonstladen ist montags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr, sowie samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.fairaendern.org

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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