Vier rockende Gelegenheits-Zombies

Wolfhager Punkband Anyday Zombie überzeugt mit urwüchsigem Sound

„Auf die Fresse-Rock mit großem Spaßfaktor“: So bezeichnen die vier Jungs von Anyday Zombie ihren markanten Sound. Von links: Marvin Hofmann, Tizian Arold, Peter Luttropp und Hermann Hammermeister. Foto: privat/nh

Wolfhagen. Wir wollen Bands aus dem Wolfhager Land aus den Proberäumen holen und ihre Musik vorstellen. Egal ob alt oder jung - bei dieser Serie ist es die Musik, die zählt.

Sie üben Systemkritik im 4/4-Takt und haben dabei jede Menge Spaß - die Wolfhager Punkrockband „Anyday Zombie“ (soll so viel heißen wie: Gelegenheits-Zombie) überzeugt mit urwüchsigem Sound in klassischer Besetzung.

Sowohl Sänger und Gitarrist Marvin Hofmann, als auch seine drei Bandkollegen Tizian Arold am Schlagzeug, Hermann Hammermeister an der Gitarre und Bassist Peter Luttropp bringen die richtigen Voraussetzungen mit, um ein klassisches Spaß-Punk-Album zu produzieren - da sind sich die Jungmusiker sicher. Drei Jahre hat es gedauert, aber die Stücke für das Erstlingswerk liegen parat und warten nur darauf, auf den Bühnen dieser Welt präsentiert oder auf CD gepresst zu werden.

„Insgesamt haben wir an die 15 eigene Songs zu Papier gebracht“, schätzt Hofmann. „Und dadurch, dass sich jeder bei Text und Musik frei entfalten kann, bringen alle ihre persönliche Note in die Stücke ein“, fügt der 24-Jährige hinzu. Die Einflüsse bekannter Punkrock-Bands sind zwar deutlich hörbar, dennoch sind die vier „Gelegenheits-Zombies“ alles andere als ein Abklatsch.

Das Repertoire ist breit gefächert: Ob es nun gegen wirtschaftliche Ausbeutung, Rassismus oder den alltäglichen Wahnsinn geht - in ihren eingängigen Protestsongs üben sich die Jungmusiker mit deutlich formulierten Texten in der Kunst der sozialkritischen Generalanklage. Dabei allerdings immer mit einer gehörigen Portion Witz, Spaß und Ironie. „In unserem Stück ‘Rockmusik’ gehen wir zum Beispiel augenzwinkernd auf die Vorurteile ein, die mit Punkrock in Verbindung gebracht werden“, schildert Hofmann. Darin heißt es: „Rock ist Schuld an allem, deshalb ist die Welt auch schlecht - Rock ist böse, nicht mehr als Getöse.“ Das Gegenteil ist allerdings der Fall.

Die deutschsprachigen Songs der vier Jungs bleiben vielmehr sofort im Gehörgang kleben und können, egal ob im Büro oder auf dem Schulhof, mitgesummt werden. Eins ist sicher - als Gegengift zu den derzeitigen Klingeltoncharts erfüllt Anyday Zombies Parolenrock seine Funktion: Die Ohren einer widerständigen Subkultur zu öffnen und Deutschrock weiter voran zu treiben.

Von Melanie Triesch

zu.hna.de/Anyday-Zombie

 

Quelle: HNA

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