Wolfhager Sebastian Fiedler ist neuer Chef der Jusos

Neuer Kopf der Jusos im Unterbezirk Kassel-Land: Sebastian Fiedler aus Wolfhagen. Foto: Thon

Wolfhagen. Die Zeit, in der er nur über Politik meckerte, hat Sebastian Fiedler vor drei Jahren hinter sich gelassen. Seit 2012 gehört der 27-jährige Student der SPD an.

Und seit wenigen Tagen ist er nun Frontmann der Jusos im Unterbezirk Kassel-Land. Er tritt das Erbe von Marcel Brückmann aus Niestetal an, der den Vorsitz in jüngere Hände legen wollte.

„Ich wollte in eine Partei“, sagt Fiedler, der Anfang März von Kassel nach Wolfhagen gezogen ist. In den Programmen der Sozialdemokraten habe er die größte Schnittmenge mit seinen eigenen eher linkspolitischen Vorstellungen gefunden. Mit den etwa 300 Jusos will er sich auf die Kommunalwahl in einem Jahr vorbereiten. „Der Kreistag und die kommunalen Parlamente müssen jünger werden“, sagt Fiedler, der nach einem abgebrochenen Philosophie-Studium nun zunächst einen Bachelor in Englisch und Wirtschaft anstrebt. Bei einem Altersdurchschnitt der Sozialdemokraten von 62 Jahren im Unterbezirk sind diese Bemühungen durchaus verständlich. Neben dem Juso-Spitzenkandidaten für den Kreistag Marcel Brückmann soll aus jedem der sechs SPD-Unterkreise ein Kandidat unter 30 Jahren ins Rennen geschickt werden.

Zwei große politische Themen hat der gebürtige Leipziger ausgemacht: Suedlink und die Werra-Versalzung durch K+S. Zum Düngemittelhersteller gibt sich Fiedler zwiespältig. Einerseits sei K+S ein großer Arbeitgeber, andererseits orientierten sich die Planungen für die Salz-Pipeline zu sehr am Kapital. Aus seiner Sicht müssten Konzepte, die sich mit der Aufbereitung der Salze befassen, stärker verfolgt werden. Und beim Thema Suedlink, sei ein Kompromiss erforderlich, der auf eine Erdverkabelung zusteuern könnte. „Der Strom muss ja irgendwo herkommen. Andererseits sollte das Vorhaben ökologisch sinnvoll und bezahlbar sein“, sagt Fiedler, dem wichtig ist, dass die Beeinträchtigungen für Menschen so gering wie möglich sind.

Rückkehr nach Wolfhagen 

Sein politisches Engagement möchte der Wolfhager Neubürger auf das Parlament in seiner neuen Heimatstadt ausweiten. Für die Kommunalwahl wird er auch dort kandidieren. Für Wolfhagen hat sich Fiedler ganz bewusst entschieden. Zuvor hatte er schon einmal in der ehemaligen Kreisstadt gelebt, bis es ihn vor zwei Jahren nach Kassel zog. Heute weiß er, dass er sich in der Kleinstadt wohler gefühlt hat. Daher kehrt er nun zurück. „Die Landschaft ist schön, die Leute sind nett, und man kann dort gut leben.“ Und mit der Regiotram ist die Fahrt zur Uni ein Klacks.

Der Vorstand

Als Sebastian Fiedlers Stellvertreterinnen wählten die Mitglieder Kathrin Becker (Niestetal) und Jasmin Milas (Kaufungen). Ebenfalls im Vorstand sind: Lara Kannappel (Baunatal), Philipp Weck und Marco Hellwig (beide Hofgeismar), Clara Hartung (Lohfelden), Manuel Dietrich (Immenhausen) und Felix Rupprecht (Niestetal).

Quelle: HNA

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