Fangemeinde im Internet

Wolfhager Ur-Handtier geht um die Welt

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Auf nach North Carolina: Wolfgang Schiffner und Beate Bickel verpacken 40 Modelle des Wolfhager Ur-Handtieres und schicken sie einem Sammler in die USA.

Wolfhagen. Der Wolfhager Werbeträger erobert übers Internet die Herzen einer Dinosaurier-Fangemeinde. Ein Sammler aus dem Sauerland hatte das Modell der Echse auf seinen Blog gestellt.

Das Wolfhager Ur-Handtier, genau genommen das nach seinem mutmaßlichen Abbild erschaffene Kunststoffmodell, erobert sich mit atemberaubendem Tempo eine neue Fangemeinde. Sammler von Dinosauriermodellen sind nun auf Protochirotherium wolfhagense aufmerksam geworden. Als der Sauerländer Sammler Stefan Schröder bei einem Besuch im Geopark Grenzwelten in Korbach vor wenigen Tagen den Werbeträger entdeckte, dauerte es nicht lange, bis sich die Bilder übers Internet weltweit verbreiteten.

Stefan Schröder packte das Maskottchen auf seinen Blog (dinotoyblog.com), der nach eigenen Angaben täglich von 1500 Personen besucht wird und stellte es dort vor. Wenig später gab es beim Regionalmuseum Wolfhager Land die ersten Reaktionen. „Seit einigen Tagen bekommt der Verkauf der Ur-Handtiere eine neue Dynamik. Wir erhalten Anfragen aus den USA, Australien, Kanada und Brasilien“, sagt Museumsleiterin Beate Bickel. Sie freut sich über die Entwicklung, so werde der Name Wolfhagens in die Welt getragen.

40 Figuren gehen in die USA

Figurensammler Dean Walker aus North Carolina orderte gleich 40 Exemplare der Figuren, die der Nationale Geopark Grenzwelten, der Landkreis Kassel und die Stadt zunächst in einer Stückzahl von 2000 anfertigen ließen und Mitte Oktober vergangenen Jahres auf den Markt brachten. Sobald der Dinosaurierfan die Rechnung beglichen hat, schickt das Regionalmuseum das Wolfhager Ur-Handtier über den großen Teich.

Norbert Panek, Projektleiter des Geoparks Grenzwelten, geht davon aus, dass der Amerikaner die Werbeträger weiter verkaufen wird. Für ein ähnliches Modell des Korbacher Dackels - einem säugetierähnlichen Reptil - würden bis zu 100 Euro gezahlt. Gerade Figuren von Urzeittieren, die in geringer Stückzahl gefertigt werden, fänden bei Sammlern großen Anklang.

Ziel: Umbau der Abteilung

Über den unverhofft neuen Kundenkreis freuen sich Museumschefin Bickel und ehrenamtlicher Mitarbeiter Wolfgang Schiffner. Schließlich kommen sie mit jeder verkauften Herrscherechse dem anvisierten Umbau der Abteilung für Geologie und Erdgeschichte einen Schritt näher. Bislang hätten sie das Ur-Handtier etwa 300 Mal an Kunden veräußert.

Angeboten wird es nicht nur im Regionalmuseum, sondern auch im Bergbaumuseum Borken, im Geopark in Korbach, dem Nationalparkzentrum Kellerwald-Edersee und nach dem abgeschlossenen Umbau soll es auch über das Naturparkzentrum Habichtswald am Dörnberg vermarktet werden.

Und wenn alle Ur-Handtiere vergriffen sind? Kein Problem, sagt Bickel. Dann wird es neue geben mit einem veränderten Aussehen, in dem die aktuellsten Forschungsergebnisse berücksichtigt sind.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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