Zahl der Spielsüchtigen um 30 Prozent angestiegen

Wolfhager verzocken fast eine Million Euro

Wolfhager Land. Immer mehr Menschen im Wolfhager Land sind krankhaft dem Glücksspiel verfallen. Die Suchtberatung des Diakonischen Werks Hofgeismar/Wolfhagen hat allein für die Stadt Wolfhagen erschreckende Zahlen parat. So wurden im Jahr 2006 an 30 Spielgeräten in Spielhalle und Gastronomie insgesamt 276 000 Euro verzockt. Inzwischen gibt es 49 Spielgeräte in Wolfhagen, davon 41 in Spielhallen und acht in der Gastronomie. Die Spielerverluste sind auf fast 900 000 Euro angestiegen.

Die Zahl derer, die bei der auf Spielsucht spezialisierten Beratung des Diakonischen Werks Hilfe gesucht haben, stieg innerhalb eines Jahres um 30 Prozent. Im vergangenen Jahr suchten 224 Spieler aus der Region Kassel die Beratungsstellen auf. Zuvor waren es 175 Menschen. Laut Suchtberaterin Kerstin Dahlke ist die Dunkelziffer jedoch viel höher.

Grund für den Anstieg sei auch die hohe Automatendichte. „In Wolfhagen kommt auf 315 Einwohner ein Gerät“, so Dahlke. In Frankfurt liege die Zahl beispielsweise bei 600 Einwohnern pro Spielgerät. Fast drei Viertel der Süchtigen spielten an Automaten in Spielhallen.

Viele suchten dabei die Anonymität von Kassel. Hier gab es im Jahr 2011 792 Spielapparate, davon 597 in Spielhallen. Beliebt sind auch Spielhallen an der Autobahn wie bei Niederelsungen.

Viele Spieler seien hoch verschuldet, weil sie ihr Spielverhalten nicht mehr im Griff haben, weiß Suchtberaterin Dahlke. Zum Teil verzocken die Süchtigen täglich mehrere Hundert oder Tausend Euro.

Zunehmend seien auch junge Menschen von Spielsucht betroffen. Außerdem beobachte man, dass sich die Sucht immer schneller entwickele. Das liege auch daran, dass die einzelnen Spiele an den Automaten schneller würden. „Je kürzer ein Spielereignis ist, desto höher die Suchtgefahr“, sagt Kerstin Dahlke.

ZUM TAGE

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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