Heimatmuseum: Ausstellung zu Handelswegen

Wolle kam über die kurzen Hessen

Der Wollhandel florierte vor dem Dreißigjährigen Krieg in Homberg: Gretel und Horst Döll mit Karl-Otto Schmitt (Mitte) vom Heimatmuseum. Foto: Thiery

Homberg. In der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg war Homberg eine florierende Handelsstadt, an der auch zwei wichtige Verkehrswege vorbei führten. Die langen und die kurzen Hessen wurden die Handelswege zwischen Frankfurt und Leipzig genannt. Darüber informierte zum Tag des offenen Denkmals das Heimatmuseum Homberg. Thema des bundesweiten Museumstags war dieses Jahr Handel und Verkehr.

Hintergrund sei die Verbindung der beiden Messestädte Frankfurt und Leipzig gewesen, erklärte Karl-Otto Schmitt vom Heimatmuseum. Erst waren die großen Märkte in den Orten das Ziel, später im Mittelalter habe es erste Messen in den beiden Städten gegeben. Schon damals handelten die Menschen Waren anhand von Mustern. Daher habe man gute Wege dorthin benötigt. Die „kurzen Hessen“ führten über Eisenach, Hersfeld, Alsfeld und Grünberg, die „langen Hessen“ über Eisenach oder Creuzburg, Kappel, Spangenberg, Treysa, Kirchhain und Gießen. Die südliche Strecke durch den Knüll war die kürzere, erklärte Schmitt.

Ganz anders waren die Informationen über die Verkehrswege in der Neuzeit. Das Heimatmuseum hatte sich den ehemaligen Bahnhof in Homberg als Ausstellungsstück vorgenommen. Der letzte Abfahrtsplan für die Personenbeförderung aus dem Jahr 1981 stand im Raum neben einer ehemaligen Bank und weckte Erinnerungen bei den Besuchern. Der Bahnhof war die Verbindung auf der ehemaligen Kanonenbahn. Man konnte in den Süden nach Treysa und in den Norden nach Malsfeld fahren. (zty)

Quelle: HNA

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