Landkreis der Endrunde um internationalen Umweltpreis

Sie wollen Gold

Auf Goldkurs: In Chicago streben Kreistagschef Michel Kreutzmann, Landrat Frank-Martin Neupärtl, Energieberater Dirk Schnurr und Kreisausschuss-Mitglied Helmut Mutschler den zweiten Sieg im LivCom Award an. Foto/Montage: Schmitt/Trolp

Schwalm-Eder. Gold verleiht Flügel – die Medaille, die der Schwalm-Eder-Kreis im vergangenen Jahr als Gewinner des internationalen Wettbewerbs LivCom Award (Lebenswerte Gemeinden) in Pilsen gewonnen hat, war Bestätigung und Motivation zugleich: Auch in diesem Jahr schaffte es der Landkreis als einziger Teilnehmer aus Deutschland in die Endrunde. Sie wird vom 4. bis 8. November in Chicago ausgetragen.

„Neue Wege mit neuer Energie – Start zu einer grünen Revolution“, so lautete das Konzept, mit dem sich der Landkreis in diesem Jahr in seiner Kategorie gegen 300 Konkurrenten aus aller Welt durchsetzte. Auf dem Weg zum grünen Oscar gilt es, die internationale Jury in Chicago von dem Konzept zu überzeugen. Das wollen aber auch die 30 Mitbewerber, darunter Städte wie Montreal, Johannisburg und das japanische Kobe.

Seit 1997 prämiert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen Kommunen, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Dafür bewarb sich der Landkreis zum dritten Mal. Nach einer Silbermedaille 2007 und der Goldmedaille im vergangenen Jahr habe man zunächst gezögert, sich erneut der Jury zu stellen, sagte Kreisausschuss-Mitglied Helmut Mutschler, der für die Übersetzung in die Wettbewerbssprache Englisch zuständig ist. Gemeinsam mit Dirk Schnurr, Energieberater des Landkreises, wird er in Chicago das Umweltkonzept vorstellen.

Durch eine Vielzahl von Investitionen und Projekten ist es in den vergangenen 13 Jahren gelungen, den Kohlendioxid-Ausstoß bei kreiseigenen Gebäuden um 75 Prozent zu reduzieren. Die weiteren Ziele sind hochgesteckt: Bis 2020 soll es bei kreiseigenen Gebäuden keinen klimabelastenden Gasausstoß geben.

Vorbild für alle Kommunen

Dass der Landkreis damit auf dem richtigen Weg ist, bestätigte Juror Gus Stahlmann (USA) im vergangenen Jahr mit den Worten: „Sie sind ein Vorbild für alle Kommunen weltweit“. Daran will man anknüpfen. In einem 30-minütigen Vortrag müssen Mutschler und Schnurr die Jury von den Projekten für eine grüne Revolution überzeugen.

Doch wie auch immer die Jury entscheidet: „Dass der Schwalm-Eder-Kreis der einzige Wettbewerbsteilnehmer aus Deutschland ist, ist schon ein Gewinn“, sagte Landrat Frank-Martin Neupärtl. Faszinierend sei der Wettbewerb, der zeige, was beim Klimaschutz schon erreicht wurde. Zugleich sporne er zum Weitermachen an. Und vielleicht verleiht Gold ja wirklich Flügel, die bis nach ganz oben auf dem Siegertreppchen tragen. HINTERGRUND

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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