Vier Monate länger im Gefängnis

Häftling randalierte im Krankenhaus: Er wollte Bettpfanne nicht

Er randalierte im Krankenhaus, dafür verlängert sich seine Haftstrafe: Vier Monate ohne Bewährung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, so lautete das Urteil des Amtsgerichts Treysa gegen einen 31 jährigen Häftling aus Butzbach.

Der zum Tatzeitpunk in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt einsitzende Mann hatte während eines Aufenthalts im Asklepios-Krankenhaus in Ziegenhain im Januar vergangenen Jahres mit einer Metallstange auf mehrere Justizvollzugsbeamte eingeschlagen. Vverletzt wurde bei dieser Aktion niemand.

Ein als Zeuge geladener Beamter schilderte die Situation: Nach einer Operation sollte der Gefangene von Ziegenhain in das Justizkrankenhaus nach Kassel verlegt werden, doch der Gefangene schien unter starken Entzugserscheinungen zu leiden. Vom Arzt verabreichte Beruhigungsmittel zeigten keine Wirkung. Die Bitte auf einen Toilettengang verwehrte man dem Gefangenen aufgrund seines Verhaltens, die Fluchtgefahr wäre zu groß gewesen. Die als Ersatz angebotene Bettpfanne lehnte der Gefangene ab, und dann eskalierte die Situation. Mit einer Metallstange des Krankenhausbetts schlug der Gefangene in Richtung der Beamten.

Aktualisiert um 12.40 Uhr

Mithilfe von Pfefferspray brachten die Justizvollzugsbeamten die Lage unter Kontrolle. Bereits auf der Fahrt nach Kassel entschuldigte sich der 31-Jährige bei den Bediensteten für sein Verhalten. Auslöser für die Tat des im Haftalltag eher ruhigen Häftlings sei eindeutig im Betäubungsmittelmissbrauch zu sehen, erklärte der Zeuge.

"Die Handlung hatte im Grunde keine Aussicht auf Erfolg. Zum einem standen mehrere Vollzugsbeamte im Krankenzimmer und zum anderen war der Häftling auch noch mittels einer sogenannten Hamburger-Kette am Krankenhausbett fixiert", sagte der Zeuge.

Grund für den Ausraster, so sein Verteidiger, waren massive Entzugserscheinungen. Zum damaligen Zeitpunkt sei der junge Mann von dem Medikament Subutex abhängig gewesen, das er illegal konsumierte.

Auch der Richter des Amtsgerichts folgte nach Zeugenanhörung und Aktenstudium dieser Einschätzung. "Die Tat war ziemlich sinnlos", so das Fazit des Richters mit Blick auf den zerknirscht wirkenden jungen Mann und bewertete die Entzugserscheinungen als strafmildernd.

Sein Verteidiger kündigte an, dass sich der 31-Jährige in der Haft intensiv mit seinem Drogenproblem auseinandersetzen wird. Der Staatsanwalt begrüßte dieses Vorhaben ausdrücklich. "Sämtliche Delikte bei Ihnen hängen mehr oder weniger mit Drogen zusammen", so der Staatsanwalt mit Blick auf das lange Vorstrafenregister.

Aufgrund anderer Delikte wird der 31-Jährige bis September 2017 in Butzbach in Haft sein, die zusätzlichen vier Monate noch nicht eingerechnet.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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