Sie wollten Geld und Alkohol

Fünf Angeklagte wegen Diebstahls in 27 Fällen verurteilt

Treysa. Auf der Anklagebank des Amtsgerichts Schwalmstadt mussten fünf Angeklagte und ihre Verteidiger Platz finden. Vorgeworfen wurde den jungen Männern aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die heute zwischen 22 und 27 Jahre alt sind, gemeinsam schwere Diebstähle begangen zu haben - und zwar in gleich 27 Fällen.

Nach fünfeinhalbstündiger Verhandlung verurteilte das Schöffengericht die Täter zu Freiheitsstrafen in Höhe von einem Jahr bis zu einem Jahr und zehn Monaten.

Das Strafmaß variierte je nach den persönlichen Lebensumständen der Angeklagten und ihrer Beteiligung an den einzelnen Straftaten. Mit Ausnahme des Täters, der bereits wegen anderer Delikte eine Haftstrafe verbüßt, kamen die jungen Männer mit Bewährungsstrafen davon.

Im Zeitraum zwischen September 2011 und Mai 2012 stiegen die Angeklagten mehrmals in Gaststätten, Vereinsheime und andere Räumlichkeiten in Schwalmstadt und Umgebung ein. Sie waren auf der Suche nach Geld und Dingen, die ihnen nützlich waren. Zur Beute wurden unter anderem Fernseher, Spirituosen, Grillwürstchen oder auch Sportbekleidung. Kassen und Spielautomaten brachen die Täter auf, aus einem Baumarkt entwendeten sie gleich den ganzen Tresor.

Tausende Euro Schaden 

Bei ihren Einbrüchen richteten sie hohen Schaden an. Sie schoben Rollläden hoch, schlugen Fenster ein oder hebelten diese aus. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro. Die Gruppe agierte dabei immer in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Hauptfrage der Verhandlung war daher, wer an welchem Einbruch beteiligt war.

Einer der geschädigten Gastwirte ließ nach dem ersten Einbruch vorsorglich seine Spielautomaten nach Entnahme des Geldes offen, um weitere Sachschäden durch deren Aufbrechen zu vermeiden. Er hatte offenbar mit einem erneuten Einbruch gerechnet. Beim zweiten Mal gingen die Täter demnach leer aus.

„Wie kam es denn überhaupt zu den Taten?“, fragte der Vorsitzende Richter in die Runde. Die Gruppe habe viel Zeit zusammen verbracht, erklärten die Männer. Dabei tranken sie große Mengen Alkohol. Irgendwann habe dann einer von ihnen immer den Vorschlag gemacht, in die jeweiligen Räumlichkeiten einzubrechen - auch um ihrem Mangel an Geld und Alkoholika abzuhelfen.

Geständnisse abgelegt 

„Das waren keine Lausbubenstreiche, sondern Straftaten“, räumte einer der Verteidiger in seinem Plädoyer ein. Das Urteil verdankten die Angeklagten ihrer Kooperationsbereitschaft und ihren umfassenden Geständnissen, hieß es in der Urteilsbegründung. Ebenfalls zu ihren Gunsten wirkte sich ihre positive Entwicklung, sei es in privater oder in beruflicher Hinsicht, aus. Seit Mai 2012 hat sich keiner von ihnen mehr etwas zu Schulden kommen lassen.

Von Selina Merle

Quelle: HNA

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