Das Schwalm-Eder-Wundsymposium fand zum achten Mal in Homberg statt

Wundsymposium: Alle müssen mitarbeiten

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Selbstversuch: Kathrin Birnfeld von der Firma B.Braun (rechts) klebte Altenpflegerin Sabine Gottschalk zum Test ein Silikonpflaster auf den Handrücken.

Homberg . Um über neue Produkte und Behandlungsmöglichkeiten in der Wundversorgung zu informieren und zu diskutieren, fand in Homberg zum achten Mal ein Schwalm-Eder-Wundsymposium statt.

Das Pflegeteam Geisel aus Frielendorf veranstaltete zusammen mit dem Christlichen Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Karl-Eckhardt Henkel das Symposium.

Altenpfleger Frank Scheidemann und Annegret Wiegand informierten sich über neue Produkte der Wundversorgung.

Eingeladen waren alle interessierten Ärzte, Arzthelfer und Pflegepersonal aus Kliniken, Praxen, stationären und ambulanten Einrichtungen. Rund 160 Teilnehmer waren zur Vortragsreihe mit Fachmesse in die Homberger Stadthalle gekommen.

Wunsch sei die Vernetzung von Ärzten und Fachkräften, Wundexperten und Pflegekräften im Bereich der Wundversorgung, erklärte Ralf Geisel. „Wir müssen etwas tun“, meinte er. Die Kommunikation unter den Fachbereichen sei notwendig für eine offene Zusammenarbeit, auch über die Budgetgrenzen hinaus. Modernes Fachwissen wurde den Teilnehmern in Vorträgen über Wundinfektionen, Hautgeschwüre und die Frage um die Notwendigkeit von Amputationen vorgestellt.

Die Stände der Fachmesse waren gut besucht. Neue Produkte wurden diskutiert und vorgestellt. Beispielsweise ein Pflaster mit Drainage, das den Patienten in seiner Mobilität nicht einschränkt. Über eine Pumpe wird ein Unterdruck erzeugt, der Feuchtigkeit von der Wunde absaugt. Die Pumpe arbeitet lautlos und ist so klein, dass sie in eine Hosentasche passt.

Altenpflegerin und Wundexpertin Sabine Gottschalk informierte sich über Silikonwundauflagen, die den Vorteil bieten, besonders anschmiegsam und gut haftend zu sein. Zudem sind sie auch für empfindliche Haut geeignet und lassen sich gut ablösen ohne Rückstände von Klebstoffen. „Die sind gut“, fand die Wundexpertin und ließ sich von B.Braun-Mitarbeiterin Kathrin Birnfeld ein Pflaster zum Test auf den Handrücken kleben.

Diese erklärte eine Neuerung ihrer Firma: Wundgele, die durch einen höheren Anteil an Zellulose formstabiler seien und daher bis zu acht Wochen nach Anbruch haltbar sind. Von verschiedenen Polsterverbänden und Wundauflagen bis zu speziellen Schaumverbänden und Gelkompressen für viele unterschiedliche Wunden reichten die Produkte der Aussteller.

Veranstalter (von links) Dr. Karl-Eckhardt Henkel, Marion und Ralf Geisel

Die meisten Besucher nahmen sich Proben mit, so wie die Altenpflegekräfte Frank Scheidemann und Annegret Wiegand. Die Produkte entwickelten sich rasant, da sei es gut, eine Übersicht über Neuerungen zu bekommen und das mit Kollegen zu besprechen, sagte Wiegand. Oft werde bei der Wundversorgung lange rumgewerkelt mit wenig Erfolg, das schränke die Lebensqualität der Betroffenen stark ein, meinte Scheidemann. Daher seien sie interessiert, neue Produkte zu probieren und deren Wirksamkeit zu dokumentieren.

Krankenschwester Christiane Thimm aus Wabern besuchte zum ersten Mal das Wundsymposium und hoffte auf professionelle Therapieempfehlungen. Oft gäbe es keine klare Linie in der Wundbehandlung, viele Ärzte wüssten nicht, welches Produkt für welche Wunde zum Einsatz kommen sollte. Zur Wundversorgung gehöre aber nicht nur das Fachwissen, sondern auch die Mitarbeit der Patienten. Wenn Diabetiker beispielsweise ihre Diät nicht einhielten, könne auch eine Wunde bei ihnen nicht gut heilen.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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