Premiere als Tenor: Dr. Peter Becker gab am Sonntag ein Benefizkonzert im Hospital

Ein Wunsch wurde wahr

Arien, Canzonen und Filmmusik: Ein unterhaltsames und anspruchsvolles Programm hatten Dr. Justus Noll, Dr. Peter Becker, Corinna Ullrich und Sonja Haverland zusammen gestellt. Foto: Rose

Schwalmstadt. Dr. Peter Becker erfüllte sich am Sonntagabend in der Treysaer Hospitalskapelle einen lang ersehnten Wunsch: Zusammen mit dem Marburger Musikwissenschaftler und Pianisten Dr. Justus Noll trat der Allgemeinmediziner im Ruhestand als Tenor vor knapp 100 Besuchern auf.

Becker ist seit längerer Zeit Mitglied des Opern- und Gesangsstudios Theodor Hoffmeyer und bekennender Arien-Freund und Liebhaber von Opern. Unterstützt wurde er von zwei jungen Künstlerinnen. Corinna Ullrich und Sonja Haverland musizieren in der Klavierklasse von Roswitha Aulenkamp an der Universität Kassel.

Im Mittelpunkt des Konzertes standen Canzonen, Arien und Volkslieder, aber auch populäre Filmmusik. Nachdem die anfängliche Nervosität des Tenors verflogen war, fand Becker schnell zu seiner ganz eigene Sprache. Denn an diesem Abend hatte in erster Linie die Musik das Wort.

Eröffnet wurde das Konzert mit Händels Largo, „Ombre mai fu“ aus der Oper „Xerxes“. Die Arie, ein Liebeslied des Xerxes an einen Baum, zählt zu Händels bekanntesten Melodien – und bezeichnet tatsächlich ein Larghetto. Xerxes ähnelt in vieler Hinsicht Mozarts Opern. Leidenschaft wird mit Burleske und Satire gemischt. Die Verrücktheit des menschlichen Wesens wird bloßgestellt, aber niemals lächerlich gemacht. Die Oper spielt in Persien um das Jahr 480 vor Christi.

In mediterranere Gefilde entführte Becker das Publikum mit einer Arie von Puccini, „Es blitzen die Sterne“. Sonja Haverland spannte den Bogen zu eingängiger Filmmusik von Yann Tiersen, in die „Welt der Amelie“: Zauberhaft, zart und verträumt. Corinna Ullrich entlockte dem Flügel Musik von Edvard Grieg – einem norwegischen Komponisten der Romantik.

Mit Ruggero Leoncavallos vertonte Becker anschließend eine Mattinata,eine klassische Canzone, also ein Morgenständchen. In Donnizettis Arie „Der Liebestrank“ interpretierte der Tenor das Wehklagen eines unglücklich Verliebten – und damit eine der bekanntesten Belcanto-Arien der Literatur.

Mit dem Titel „Granada“ reihte sich Becker in die Riege prominenter Sänger ein, die das 1932 vom mexikanischen Komponisten Agustin Lara geschriebene Lied für Tenor und Orchester vor ihm sangen. Das Werk gehört zu einem Zyklus von Liedern über spanische Städte. Dr. Peter Becker sang das Lied allerdings auf Deutsch. Vor ihm interpretierten nahezu alle bedeutenden Tenöre das Werk, unter anderem Placido Domingo, aber auch Frank Sinatra.

440 Euro für Kinder

Insgesamt kam die Premiere des Tenors hervorragend an, das Publikum spendete großzügigen Applaus. Großzügig waren die Gäste auch in Sachen Spenden: Denn der Erlös des Konzertes ist für Kinder im Sudan bestimmt. Es kamen kamen 440 Euro zusammen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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