Der Jesberger Köhler-Verein veranstaltete ein Kohlenmeilerfest

+
Er passte auf den Meiler auf: Markus Gephardt vor dem Meiler, der bereits Tage zuvor angezündet worden war.

Jesberg. Das gute Wetter war eine echte Ausnahme beim längst traditionellen Kohlenmeiserfest am Diebelsborn zwischen Sebbeterode, Elnrode-Strang und Hundshausen. Veranstalter ist der Köhlerverein.

„Das Fest ist jedes Jahr gut besucht, sogar bei Regen, aber dieses Jahr haben wir richtig Glück“, sagte Köhler-Liesel Kerstin Zülch erfreut. Sie ist die einzige Frau im Verein, die im Wald bei der Aufschichtung des Meilers aus geschlagenem Buchenholz, beim Anzünden und Verkohlen mitarbeitet.

Fünf Wochen dauerten die Vorbereitungen für das Waldfest, einige Tage vorher war der Kohlenmeiler angezündet worden, so dass die Besucher die traditionelle Gewinnung von Holzkohle in Aktion beobachten konnten. Schautafeln am Rand der Lichtung informieren über das Köhlerhandwerk und die Kohlegewinnung.

Gottesdienst zu Beginn

Das Fest begann mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel, bei dem die sechs Monate alte Smila Jäckel getauft wurde. Pfarrer Michael Dieling aus Jesberg hatte den Eltern den Termin vorgeschlagen. Von der Köhler-Liesel bekam sie feierlich die Nasenspitze mit Kohle geschwärzt und wurde für zwölf Jahre als Ehrenmitglied in den Köhlerverein aufgenommen.

Zum Mittagessen gab es Bratwurst vom Wildschwein, gegrillt über handgemachter Jesberger Kohle, kühle Getränke sowie Kaffee und selbst gebackene Kuchen der Köhlerfrauen. Auch viele Jesberger hätten Kuchen für das Fest gespendet, berichtete Laps. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Stammtischsänger aus Gerstenhausen.

„Das Fest ist jedes Jahr gut besucht, sogar bei Regen.“

Kerstin Zülch (Köhler-Liesel)

Ein Höhepunkt des Festes waren die Holzhackmeisterschaften, an denen zwölf Mannschaften à zwei Personen teilnahmen. Zwei Baumstämme von sechs Meter Länge mussten mit Hand- und Motorsägen zerteilt, mit der Axt gespalten und zu einem Raummeter aufgesetzt werden – und alles im Wettlauf mit der Zeit. Die Zuschauer bewerteten die Schönheit des Holzstoßes.

Kohlenmeilerfest in Jesberg

Sieger wurden die „Rommershäuser Wildsäue“ (Jürgen Lau und Armin Sackewitz), die in 11,28 Minuten ihre Aufgabe sauber erledigten und dafür einen Pokal und eine Motorsäge gewannen.

Den zweiten Platz belegte die Riege „Sport ist Mord“ mit Johannes Rieger und Joachim Schütz, dicht gefolgt vom Team Interessentenwald Florshain (Karsten und Mario-Heinrich Schenk). Der Erlös aus dem Wettbewerb ist für einen guten Zweck bestimmt, im vergangenen Jahr wurden 1000 Euro für den Verein für krebskranke Kinder in Kassel gespendet.

Zum ersten Mal waren die Falkner aus Allendorf an der Landsburg beim Kohlenmeiler-Fest dabei. Sie informierten über die Falkenjagd und hatten einen Uhu, sowie einen zahmen Turmfalken und eine Schleiereule mitgebracht.

Kunst-Schmied Stefan Lang-Primavera zeigte traditionelle Schmiedekunst.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare