Zäher Kampf ums Licht

Oberelsunger Rentner streitet sich seit einem Jahr mit der Eon

Ist sauer: Die Bestätigung des neuen Stromlieferanten hält Heinz Wissler bereits fest in Händen. Nicht mehr lange läuft Eon-Strom durch den Zähler in Oberelsungen. Foto: Hoffmann

Oberelsungen. Es hätte nicht viel gefehlt und im schmucken Häuschen von Heinz und Jutta Wissler im Zierenberger Stadtteil Oberelsungen wäre das Licht ausgegangen.

Der rüstige Rentner liegt seit rund einem Jahr im Clinch mit dem Energieriesen Eon Vertrieb Mitte. Wissler wirft dem Stromlieferanten eine „stillschweigende Erhöhung“ der Preise vor. Unzählige Schreiben füllen einen dicken Ordner, im jüngsten wird mit Sperrung der Versorgung gedroht.

Auslöser war eine Änderung der Vertragsbedingungen im Vario-Tarif gewesen, aus dem auch die Wisslers bedient wurden. Eon hatte ihre Kunden Ende 2009 darüber informiert, mit einer Antwortkarte die Zustimmung gefordert. Erfolgte die nicht, erinnerte im Juli 2010 ein weiteres Schreiben an die Anpassung. Hierin hieß es, dass „der Vario-Tarif zum nächstmöglichen vertraglich vorgesehenen Zeitpunkt endet“.

„Die spielen mit ihren Kunden.“

Dieser Kündigungstermin war hier der 31. August 2010. „Unfassbar“, sagt Heinz Wissler, der nicht hinnehmen wollte, in den neuen Abrechnungsmodus des Vario-Nachfolgers „StromOptimal“ gezwungen zu werden.

Schnell machte er sich auf die Suche nach einer Alternative und stieß dank eines Strompreis-Vergleichs im Internet auf einen Anbieter, bei dem er rund 400 Euro pro Jahr sparen könnte. Da hatte er aber nicht mit der Eon gerechnet, die eine zeitnahe Aufkündigung des Vertrages zu verhindern wusste. Das ist nämlich nur bei Preiserhöhungen möglich.

Laut Eon war dem nicht so. „Lächerlich“, sagt Wissler, „die haben ihre Preiserhöhung geschickt hinter neuen Geschäftsbedingungen und einem neuen Tarifnamen versteckt.“ Das wollte er nicht hinnehmen.

Der Kampf erwies sich als mühsam: Telefonanrufe ohne Ergebnisse, mündliche Zusagen ohne Folgen. „Die spielen mit ihren Kunden“, so der verärgerte Oberelsunger.

Abgerechnet wurde fortan nach Bedingungen der Grundversorgung, die über denen des Vario-Tarifs lagen. Nicht hinnehmbar für Wissler, der nun die erteilte Einzugsermächtigung zurückzog. Das störte die Eon aber nicht. „Die haben fleißig weiter abgebucht, was ein Unding ist“, empört sich Wissler.

Eon räumt Fehler ein

Erst auf HNA-Nachfrage zeigte sich die Eon kompromissbereit und räumte sogar einen Fehler ein. „Verwirrend wurde es leider mit einer Kündigungsbestätigung, in der diese zum 31. Januar 2011 bestätigt wurde“, gibt Eon-Sprecher René Schneider zu.

Darin hatte der Stromversorger mitgeteilt, dass aufgrund der Kündigungsfrist der Vertrag erst zum 31. Januar 2011 beendet werden könne. „Das war eindeutig unser Fehler, und vor diesem Hintergrund rechnen wir selbstverständlich den nach jetzigem Stand geltenden Restzeitraum von 69 Tagen zu den Bedingungen des Vario-Tarifs und nicht zu denen der Grundversorgung ab“, so Schneider.

Für Heinz Wissler und seine Frau jedoch ist das nicht genug. „Das ist doch scheinheilig, die wollen nur in der Öffentlichkeit ihr Gesicht nicht verlieren“, gibt er sich erzürnt und lehnt ein angebotenes persönliches Gespräch mit René Schneider ab. Er will Gerechtigkeit, nicht nur für sich selbst, und dafür will er kämpfen.

Quelle: HNA

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