Stunde der Wintervögel - auch Oberelsunger Naturschützer machten mit

Zählen am Futterhaus

Mit Feldstechern zur Beobachtung: Otto Reinhard (links) und Kurt Peppe.

Oberelsungen. Das NABU-Vereinshaus an der Trift liegt ganz verträumt oberhalb Oberelsungens. Viele der kleinen Piepmätze fühlen sich in seiner Nähe wohl, denn hier gibt es immer etwas zu knabbern. Auch, wenn in eisigen Wintermonaten die natürlichen Nahrungsressourcen knapp werden. Dafür sorgt unter anderem Vogelfreund Otto Reinhard. Er weiß genau, was dem Federvieh schmeckt, was gut für es ist. „Mit Sonnenblumenkernen kann man nicht viel falsch machen“, sagt er und gibt eine Handvoll in die Futtervorrichtung. „Vor allem Finken fressen die gern, während die Rotkehlchen Haferflocken bevorzugen“, so der Hobbyornithologe. Gourmets unter den Vögeln scheinen die Amseln zu sein, die sich laut Reinhard über saftige Rosinen und knackige Äpfel freuen.

Was auch immer die NABU-Speisekarte hergibt, es lockt die Kleinen trotz Tauwetters auch in diesen Tagen zum Heim der Naturfreunde. Zur „Stunde der Wintervögel“ freut sich insbesondere der fünfjährige Clemens Dietrich über den Besuch. Bewaffnet mit einem Feldstecher verfolgt er gespannt das Treiben der munter zwitschernden Tiere. Mit Papa Markus, Vorsitzender des NABU Oberelsungen, zählt er die Besucher und bestimmt deren Art. Darum geht es bei der „Stunde der Wintervögel“, die der Naturschutzbund erstmals deutschlandweit veranstaltet. An vier Tagen gilt es, zu einem beliebigen Zeitpunkt für eine Stunde im Garten, am Balkon oder in einem Park Vögel zu zählen und schließlich zu melden. Wo kommen sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden? „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, betont Ortsgruppenchef Dietrich.

Die bundesweite Meldeliste verzeichnet bereits 95 Arten, neben den klassischen Wintervögeln auch frühere typische Zugvogelarten wie Hausrotschwanz und Mönchsgrasmücke. Während andernorts sogar Exoten wie ein Teichhuhn oder ein wohl gerade ausgebüchster Kanarienvogel gesichtet wurden, statteten dem NABU-Haus überwiegend altbekannte Arten einen Besuch ab: Zehn Haussperlinge, acht Amseln, fünf Blaumeisen und vier Buchfinken zählten die Naturfreunde. Auch Dompfaff, Rotkehlchen und Heckenbraunelle ließen sich blicken.

HINTERGRUND, TIPPS

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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