Weitere 90 Wohnplätze

Mehr Asylbewerber: Landkreis Kassel bereitet weiteres Haus in Pommernanlage vor

Wolfhagen. Noch in diesem Jahr wird die Marke von 1000 Flüchtlingen im Landkreis Kassel geknackt. „Wir müssen reagieren und richten deshalb ein weiteres Haus in der Pommernanlage für die Unterbringung der Menschen her", kündigte Vizelandrätin Susanne Selbert am Freitag in einer Pressekonferenz an.

Bisher leben in zwei Mannschaftsgebäuden der ehemaligen Kaserne jeweils 90 Menschen. In einem dritten Haus wird es weitere 90 Wohnplätze geben. Die ersten Asylbewerber sollen schon in zwei Wochen einziehen.

Damit leben dann allein in den Wolfhager Gemeinschaftsunterkünften rund 270 Menschen, hinzu kommen weitere Flüchtlinge in Privatwohnungen. Nach Auskunft von Selbert sollen auch in einem leer stehenden Hotel in Niederelsungen 25 Wohnplätze geschaffen werden. Aber auch in anderen Kommunen plant der Landkreis weitere Unterkünfte. „Die Anstrengungen sind erforderlich, um den Kommunen nicht zwangsweise Asylbewerber zuweisen zu müssen.“

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Bisher hatte der Kreis immer wieder erklärt, die Zahl der Asylbewerber in der Pommernanlage nicht weiter erhöhen zu wollen. Man werde jedoch vom Flüchtlingsstrom überrollt. „Jede Woche kommen zurzeit 30 Menschen und der Kreis ist bei der vorgegebenen Zahl der Zuweisungen im Rückstand“, erklärte die Vizelandrätin. In Wolfhagen stehe ein weiteres kreiseigenes Gebäude zur Verfügung, das schnell vorbereitet werden könne. Durch den bereits laufenden Betrieb von zwei Häusern habe man hier viel Erfahrung sammeln können und könne die Menschen dort gut unterbringen und betreuen.

Ein weiterer Hausleiter und ein Sozialpädagoge sollen eingestellt werden. Weitere Hilfen, auch für den ökumenischen Arbeitskreis, solle es geben, kündigte Susanne Selbert an. Damit reagiert der Kreis auf ein Schreiben von Dekan Dr. Gernot Gerlach, der nach dem Bekanntwerden der Aufstockung um weitere Unterstützung gebeten hatte.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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